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Corona-Selbsttest: Wo kann man die Tests online kaufen?

Selbstversuch der Redaktion : Wo kann man Corona-Selbsttests online kaufen?

Im Laden waren die Corona-Selbsttests innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Online sind sie zwar noch bei diversen Anbietern erhältlich. Verbraucher sollten bei der Bestellung jedoch einige Kriterien beachten.

Seit Samstag gibt es in den ersten Geschäften, unter anderem beim Discounter Aldi, Corona-Selbsttests zu kaufen. Mit diesen können Menschen bei sich selbst einen Nasenabstrich machen und sich somit auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen. Die Ergebnisse sollen zu 96 Prozent zuverlässig sein. Wenige Tage nach Verkaufsstart sind die Tests jedoch bereits vielerorts ausverkauft, auf Nachschub müssen die Kunden derzeit warten. Wir haben getestet, wo es online Corona-Schnelltests zu kaufen gibt – und ob die Angebote seriös sind.

Corona-Selbsttests online oft ausverkauft

Wir beginnen unsere Recherche in den Webshops der Discounter. Als einer der ersten hatte Aldi die Tests am Wochenende angeboten. Obwohl der Verkauf pro Kunde auf eine Packung mit fünf Tests begrenzt war, sind aktuell keine Selbsttests mehr bei dem Discounter erhältlich. In den Filialen waren diese bereits am Samstagvormittag ausverkauft, online prangt ebenfalls der rot-markierte Hinweis „Leider ausverkauft“.

Auch der Discounter Lidl warb mit Corona-Schnelltests, die zunächst nur online erhältlich waren. Der Preis pro Fünfer-Packung: 21,99 Euro, versandkostenfrei. Doch auch hier werden wir zwei Tage nach Verkaufsstart der Tests nicht mehr fündig: „Demnächst bestellbar“, heißt es im Webshop des Unternehmens aus Neckarsulm.

Die Suche geht weiter, Google soll nun helfen: „Corona-Schnelltest kaufen“. In verschiedenen Online-Shops werden wir fündig. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Stückpreisen, die je nach Anbieter und Menge zwischen drei und 13 Euro schwanken. Teilweise sind jedoch selbst teure Varianten ausverkauft.

Jens Spahn brachte Kosten von einem Euro pro Test ins Spiel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in einem Entwurf zur Erweiterung der Nationalen Teststrategie angekündigt, die Selbsttests günstig und für alle verfügbar zu machen. Dabei hatte er auch die Abgabe mit der Möglichkeit einer geringen Eigenbeteiligung von einem Euro ins Spiel gebracht - allerdings erst dann, wenn sie in ausreichender Zahl verfügbar sind. Zunächst wolle die Bundesregierung die Preisentwicklung der Tests beobachten.

Bei unserer Recherche finden wir letztlich mehrere Anbieter, bei denen Tests bestellt werden können. Doch auch hier sollten Verbraucher genau hinsehen: Viele Anbieter versenden die Corona-Selbsttests nur in festgelegten Mengengrößen, bei manchen beträgt die Lieferzeit teils mehrere Wochen. Und einige bieten Tests an, die derzeit noch keine Sonderzulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten haben.

Corona-Laientest kaufen: Welche Anbieter sind seriös?

Damit stellt sich auch die Frage: Woher soll der Verbraucher wissen, ob die Tests auch sicher sind und man keinen Betrügern aufsitzt, die mit gefälschten oder unsicheren Produkten versuchen, Kasse zu machen? Aktuell haben sieben Laientests eine Sonderzulassung vom BfArM erhalten (Stand: 8. März). Weitere Zulassungen sollen folgen. Hier gibt es eine Übersicht, die laufend aktualisiert wird. Die Sonderzulassung erhalten nur Tests, die den Mindestkriterien des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) entsprechen. Im Vergleich zu PCR-Tests müssen die Laientests mindestens eine Spezifizität von 97 Prozent und eine Sensitivität von 80 Prozent aufweisen.

Das Paul-Ehrlich-Institut, das für die Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln zuständig ist, hat zusätzlich eine Übersicht von SARS-CoV-2 Antigenschnelltests veröffentlicht, die als „dem derzeitigen Stand der Technik entsprechend“ bewertet wurden. Die Liste, auf der aktuell 70 Anbieter verzeichnet sind, wird kontinuierlich aktualisiert. Eine Marktübersicht aller derzeit erhältlichen Tests ist hier beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einsehbar. Darin ist detailliert aufgeschlüsselt, ob das Paul-Ehrlich-Institut den Test bereits evaluiert hat und wie hoch die Sicherheit der Tests ausfällt.

Gut zu wissen für Verbraucher: Selbsttests, die den Kriterien des PEI nicht genügen, streicht das BfArM mit allen zugeordneten Vertreibern von seiner Liste.

Fazit: Es ist gar nicht so einfach, Corona-Selbsttests zu bekommen

Nach knapp zwei Stunden Recherche und Preisvergleich entscheiden wir uns für einen Webshop, in dem eine Fünfer-Packung eines Tests, der die Sonderzulassung bereits erhalten hat, für 59,90 Euro zu haben ist. Weitere Versandkosten fallen nicht an, geliefert werden soll innerhalb von zwei bis drei Werktagen.

Fazit: Es ist zurzeit gar nicht so einfach, an Corona-Selbsttests zu kommen. Bei vielen Händlern sind die Tests ausverkauft oder nur in sehr großen Mengen zu bekommen. Die Lieferzeit kann teilweise Tage bis Wochen betragen. Für Einzelpersonen dürfte es sich daher lohnen, sich noch ein paar Tage in Geduld zu üben. Einige Discounter haben bereits Nachschub der Selbsttests angekündigt, zudem sollen Selbsttests ab dem 9. März auch bei den Drogeriemarktketten dm und Rossmann erhältlich sein.