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Zera-Gebäude in der Altstadt Königswinter: Wachablösung in der Altstadt

Zera-Gebäude in der Altstadt Königswinter : Wachablösung in der Altstadt

Der Bad Honnefer Klaus Nickel glaubt an die Königswinterer Altstadt. Sonst hätte er als Geschäftsführer der Martin Nickel Immobilien- und Baugesellschaft mit Sitz in Aegidienberg der Zera, die nach Oberpleis umzieht, nicht gleich mehrere ihrer alten Gebäude abgekauft. Hier soll ein Quartier zum Wohnen und Arbeiten entstehen.

Nickel hat sich den Architekten Jan Pritzkow von der alb Industriebau GmbH, einem Rhöndorfer Unternehmen, mit ins Boot geholt. Pritzkow hat besondere Erfahrung im Industriebau. Beide zusammen möchten die sechs Bestandsgebäude der Zera in der Altstadt mit einer Grundstücksfläche von rund 2.900 Quadratmetern und einer Büro- und Produktionsfläche von 4.500 Quadratmetern entwickeln.

In zwei unter Denkmalschutz stehenden Häusern an der Hauptstraße und an der Kellerstraße sowie vier weiteren Gebäuden sollen Wohnungen und Büros entstehen. Der Vertrag mit dem Königswinterer Unternehmen, das mit seinen 120 Mitarbeitern Weltmarktführer in der Herstellung von Prüfgeräten ist, sieht außerdem vor, dass die Martin Nickel GmbH Bauträger der Neubaumaßnahme in Oberpleis ist. Das Grundstück am Sonnenhügel hat die Zera der Stadt inzwischen abgekauft.

Mit den Bauarbeiten soll dort im Laufe des kommenden Jahres begonnen werden. Der Umzug ist für Mitte bis Ende 2018 geplant. Weitere Einzelheiten sollen zwischen der Zera und der Martin Nickel GmbH in der kommenden Woche besprochen werden. Der Zera stehen auf dem 9.600 Quadratmeter großen Grundstück in Oberpleis zwar nur 4.000 Quadratmeter an Büro- und Fertigungsfläche zur Verfügung, die aber – anders als bisher in den verwinkelten Gebäuden in der Altstadt – ideal genutzt werden können.

„Für die Zera ist das natürlich ein schönes Konzept, weil sie durch die Kombination viele Probleme nicht mehr lösen muss und gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“, sagt Nickel. Auf der anderen Seite stünden er und Pritzkow als Honnefer Unternehmer in der Altstadt besonders in der Verantwortung. „Wir können uns hier keinen Mist erlauben.“ Beide können auf mehrere erfolgreiche gemeinsame Projekte verweisen.

„Uns reizt Königswinter. Wir wollen hier ein gutes Quartier zum Wohnen und Arbeiten schaffen. Wir glauben, dass die Stadt Potenzial hat und eine gute Entwicklung nehmen wird“, sagt Pritzkow. Allerdings würden manche positiven Dinge noch nicht so richtig wahrgenommen. „Königswinter wird noch verkannt. Wir wollen mithelfen, das zu ändern.“ Die Rheinlage sieht er als großen Vorteil. Auch Klaus Nickel erkennt viele positive Ansätze. „Wenn man den Park Trillhaase oder den Lemmerzpark sieht, passiert schon einiges. Es wird aber erst wahrgenommen, wenn eine gewisse Menge erreicht ist“, glaubt er.

Konkrete Pläne für die Altgebäude der Zera gibt es noch nicht. „Vorrang haben erst einmal die Planungen für den Neubau in Oberpleis“, betont Nickel. Im Laufe des kommenden Jahres werde man sich dann in enger Abstimmung mit der Stadt Königswinter Gedanken über die Häuser in der Altstadt machen. In den beiden denkmalgeschützten Gebäuden an der Haupt- und Kellerstraße könne man sich weiterhin eine reine Büronutzung – wie bisher schon – vorstellen.

Ein Teil der neueren Gebäude werde aber sicher abgerissen, um mehr Platz für Grün und Sichtachsen zu schaffen. „Die Menschen sollen in dem Quartier in Zukunft schön wohnen und arbeiten können“, sagt Jan Pritzkow.

Die beiden Bad Honnefer sehen in der Königswinterer Altstadt angesichts der hohen Immobilienpreise in ihrer eigenen Stadt eine echte Chance. „Wir glauben, dass Königswinter eine Zukunft hat und dass die Immobilien in dieser Stadt in ihrem Wert wachsen werden“, ist Klaus Nickel überzeugt.