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Unfall an Tankstelle in Lohmar-Peisel: 70-Jähriger in Lebensgefahr

Unfall an Tankstelle in Lohmar-Peisel : 70-Jähriger in Lebensgefahr

Bei einem schweren Unfall auf dem Gelände einer Tankstelle an der B 484 in Lohmar-Peisel sind der 70 Jahre alte Unfallverursacher sowie ein 82 Jahre alter Autofahrer schwer verletzt worden. Für den 70-Jährigen, der vor dem Unfall womöglich einen medizinischen Notfall erlitten hatte, besteht nach Aussage der Polizei Lebensgefahr.

Mehr als eine halbe Stunde brauchten Notarzt und Rettungsassistenten, um den Mann auf dem Tankstellengelände zu reanimieren und soweit zu stabilisieren, dass ihn ein Rettungswagen ins Krankenhaus fahren konnte. Den 82-Jährigen flog ein Hubschrauber, der neben der Tankstelle auf einer Wiese gelandet war, in eine Kölner Spezialklinik. Lange Zeit war die Polizei anschließend damit beschäftigt, den Unfallhergang zu rekonstruieren.

Vor allem mit Hilfe der Überwachungskameras auf dem Tankstellengelände konnten die Ereignisse nachvollzogen werden. Demnach war der 70-Jährige am Samstag gegen 9 Uhr mit seiner silberfarbenen Mercedes A-Klasse auf der B 484 von Wahlscheid kommend in Richtung Lohmar unterwegs. In Peisel bog der Mann zur dortigen Tankstelle ab.

Der 70-Jährige fuhr über das Gelände und drehte am Ende des Areals. Dann gab er völlig unvermittelt Gas, so schilderte es der Einsatzleiter der Polizei vor Ort. Mit Wucht fuhr der 70-Jährige einer schwarzen Mercedes A-Klasse auf, die an der ersten Zapfsäule stand. Wahrscheinlich aufgrund eines plötzlichen Notfalls, so die Polizei, hatte der Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Den Fahrer des schwarzen Mercedes war völlig überrascht: "Ich war gerade in dem Tankstellengebäude und habe nichts mitbekommen", schilderte er die Situation wenig später.

Sein Auto wurde einige Meter nach vorne auf den Opel des 82-Jährigen geschoben. Der Senior stand laut Polizei gerade an der Fahrertür seines Wagens an der zweiten Zapfsäule. Durch den Aufprall wurde er zunächst zu Boden geschleudert und danach auch noch von dem Wagen des 70-Jährigen erfasst, der an den beiden anderen Fahrzeugen vorbeifuhr. Mit schweren Kopfverletzungen blieb der Senior auf dem Boden liegen.

Derweil hatte der Unfallverursacher sein Fahrzeug gewendet und war ausgestiegen, möglicherweise um Erste Hilfe zu leisten. Doch bereits nach wenigen Metern brach der Mann, der wohl auf Krücken angewiesen war, zusammen.

Die weiteren Hintergründe des Unfalls werden nun Gegenstand der Ermittlungen sein. Dabei dürfte es auch um den sichergestellten Unfallwagens gehen, bei dessen Pedalanordnung es sich augenscheinlich um eine Spezialanfertigung handelt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 12.000 Euro.

Nach Mitteilung der Leitstelle der Siegburger Polizei hatte sich bis Sonntagbend noch nichts an dem Gesundheitszustand der beiden Schwerverletzten geändert.