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Siegburger Literaturwochen: Von Loriot bis Goethes Faust

Siegburger Literaturwochen : Von Loriot bis Goethes Faust

Die 37. Siegburger Literaturwochen warten im November mit namhaften Autoren, Newcomern und lokalen Literaten auf. Zehn Tage lang bringen mit Poesie und Prosa, Spannung und Komik, aber auch Musik und Schauspiel Licht in dunkle Novemberabende

Am Anfang waren es allein Teilnehmer der VHS-Literaturwerkstatt, die sich gegenseitig ihre Werke vorlasen – inzwischen kommen namhafte Literaten aus ganz Deutschland nach Siegburg, um mit ihren Worten Licht in dunkle Novemberabende zu zaubern. Das ist auch bei der 37. Auflage der Siegburger Literaturwochen nicht anders. Schauspieler Johann von Bülow gestaltet mit den Worten Loriots am Donnerstag, 3. November, den Auftakt, Philipp Mosetter und Michael Quast setzen mit ihrer Version von Goethes Faust am Sonntag, 13. November, den Schlussakkord. Dazwischen liegen zehn Tage, gefüllt mit Poesie und Prosa, Spannung und Komik, Musik und Schauspiel.

Sponsoren finanzieren Lesungen

Vor zwei Jahren sah es nicht gut aus für den jährlichen Lesereigen. Im Zuge des Sparkurses zur Haushaltskonsolidierung sollten die Literaturwochen nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Demnach hätten die Lesungen im vergangenen Jahr ausfallen müssen. Sponsoren retteten sie. Und auch die 37. Auflage ist komplett über Geldgeber finanziert. Diesen galt bei der Programmvorstellung auch der Dank von Bürgermeister Franz Huhn: „Dank ihnen wird weder der städtische Haushalt noch der Etat der Stadtbetriebe AöR belastet“, sagte er. Das Geld sei gut angelegt.

„Wir versuchen, die Vielfältigkeit der Sprache auf die Bühne zu holen und damit viele Menschen zu erreichen“, sagte Bibliotheksleiterin Christiane Bonse. Zusammen mit ihrem Team hat sie das Literaturprogramm zusammengestellt und dabei nicht nur auf die großen Namen, sondern auch auf Newcomer und lokale Autoren gesetzt. Ein Augenmerk liegt wie schon in den vergangenen zwei Jahren auf der Jugend. „Wir möchten junge Menschen erreichen und an die Literatur heranführen“, sagte Bonse. Daher habe man etwa mit Schauspieler Michael Fitz einen Songpoeten verpflichtet. Der steht am Montag, 7. November, im Stadtmuseum auf der Bühne. Zudem beteiligt sich die Stadt am Sonntag, 13. November, erneut mit einem Familienfest am Rheinischen Lesefest „Käpt'n Book“. Zur Eröffnung hat erstmals der „Käpt'n“ persönlich, in Person von Schauspieler Hanno Friedrich, seinen Besuch angekündigt.

Augenmerk liegt auf der Jugend

„Ich bin sehr glücklich zu sehen, wie Sie sich hier um die Jugend kümmern“, zeigte sich Melanie Raabe begeistert. Die Kölner Autorin gestaltet am Samstag, 12. November, zusammen mit den lokalen Autorinnen Annette Wieners und Nina Röttger den Krimiabend „Mordsfrauen“ und war dafür am Donnerstag nach Siegburg gekommen. „Das ist sehr wichtig“, betonte sie. Sie selbst sei übers Lesen zum Schreiben gekommen. Neu in der Branche ist Nina Röttger. Ihr Debüt „Die grüne Fee und der kalte Tod“ erscheint kommende Woche – und spielt auf dem Mittelalterlichen Markt zu Siegburg.

Sein Debüt liegt schon ein paar Jahre zurück, 16 Jahre, um genau zu sein. „Förster, mein Förster“ heißt der aktuelle Roman, mit dem Frank Goosen sich am Freitag, 4. November, zwischen absurder Komik und Melancholie bewegt. Zu den großen Namen der Literaturwochen zählt sicherlich auch Wilhelm Genazino, der am Samstag, 5. November, aus seinem Roman „Außer uns spricht niemand über uns“ liest.

Der Lesereigen bewegt sich zwischen Stadtmuseum und Stadtbibliothek, die seit zwei Jahren über einen Durchbruch zu einem Kulturhaus vereint sind. Eben diese Verbindung symbolisiert das Matinee-Gespräch am Sonntag, 6. November. Johannes Göbel und Buchhändler Paul Remmel diskutieren mit anderen Gästen über ein zentrales Werk der Ausstellung „Joshua, hier ist der Gries“, die am Wochenende im Museum eröffnet wird. Die Matinee am Samstag, 12. November, ist im Übrigen den Literaten der ersten Stunde vorbehalten: den Autoren der VHS-Literaturwerkstatt.

Der Eintritt kostet zwischen fünf und 20 Euro, teilweise ist er frei. Karten gibt es an der Kasse im Stadtmuseum, Markt 46, in Siegburg, 0 22 41/1 02 74 10.