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Musa Ataman: Türkei verweigert Troisdorfer die Einreise

Musa Ataman : Türkei verweigert Troisdorfer die Einreise

Weil er eine "Gefährdung für die Türkei" sei, verweigerten türkische Behörden Musa Ataman die Einreise. Der Troisdorfer, der 1989 die kurdische Gemeinschaft gründete, wollte Urlaub machen.

Eigentlich wollte Musa Ataman nur Urlaub in der Türkei machen. Doch dann die böse Überraschung: Als der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinschaft Rhein-Sieg/Bonn am Freitag in Izmir landete, verweigerten ihm türkische Behörden die Einreise. "Polizisten haben mich auf das Revier mitgenommen und befragt", berichtet der Troisdorfer. Dann sei ihm mitgeteilt worden, dass er eine "Gefährdung für die Türkei" darstelle und im Land unerwünscht sei. Weitere Erklärungen habe es nicht gegeben.

Er sei dann per Linienflug zurück nach Deutschland geschickt worden, so Ataman. "Damit habe ich nicht gerechnet. Ich war zuletzt für eine Woche im April in der Türkei - das war kein Problem." Der 57-Jährige ist deutscher Staatsbürger kurdischer Herkunft. Mit 15 Jahren kam er als Sohn eines Gastarbeiters aus der Osttürkei nach Deutschland.

Ataman gründete 1989 die Kurdische Gemeinschaft in Troisdorf; ihr Sitz ist heute in Siegburg. Der Verein setzt sich für die sozialen, politischen und rechtlichen Belange von Menschen jeder Nation und jeder Glaubensrichtung ein. Er bietet Kurse zur Sprachförderung und zur politischen Bildung an. Zu seinen Zielen gehören der interkulturelle Dialog und Integration. Zuletzt engagierte sich der Verein auch bei den Hilfsaktionen für die Betroffenen des Großbrandes in Siegburg. Bereits 2004 erhielt Musa Ataman das Bundesverdienstkreuz. Das Einreiseverbot will er nicht hinnehmen, deshalb wendet er sich jetzt an die Politik.

"Ich werde die Bundesregierung und unsere Bundestagsabgeordneten informieren. Leider bin ich nicht der einzige, dem das passiert ist." Das bestätigt der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak. Die meisten Fälle würden jedoch nicht bekannt. Die Betroffenen äußerten sich dazu nicht öffentlich, um Angehörige in der Türkei nicht zu gefährden. "Weder die deutschen Geiseln in der Türkei noch die zahlreichen Einreiseverbote für deutsche Staatsbürger scheinen für die Türkei-Politik der Bundesregierung eine Rolle zu spielen", kritisiert Toprak.