Buchhändler aus der Region geben Tipps Diese Bücher gehören unter den Weihnachtsbaum

Vorgebirge/Voreifel · Vom Krimi bis zum Reiseführer: Buchhändler aus dem Vorgebirge und der Voreifel geben Tipps zum Weihnachtsfest und verraten, welches Buch unter dem Baum nicht fehlen darf.

 Die Qual der Wahl: Welches Buch soll man wem schenken?

Die Qual der Wahl: Welches Buch soll man wem schenken?

Foto: DPA

Für die einen sind Buchgeschenke die Rettung in letzter Minute, für die anderen gehören sie zu Weihnachten einfach dazu. Fest steht, dass Buchhändler etwa ein Viertel ihres Umsatzes in den beiden letzten Monaten vor den Festtagen machen. Überall werden Bestseller auf den Verkaufstischen aufgetürmt und auch mit dem Gefühl gekauft, dass nicht schlecht sein kann, was alle haben wollen.

Dabei ist es auch nicht einfach, unter den 82.636 Neuerscheinungen, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels alleine 2017 gezählt hat, das Buch zu finden, das Geist und Seele der Beschenkten erfreuen könnte. Natürlich haben sich auch die Buchhandlungen im Vorgebirge und der Voreifel mit der gefragten Belletristik eingedeckt, doch sind dort auch die Kenner der regionalen Literatur zu finden. Der General-Anzeiger hat Buchhändler aus Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und – mangels Buchhandel – die Leiterin der Alfterer Bücherei nach ihren Tipps gefragt.

Angelika Willms, Bookcompany in Swisttal-Heimerzheim: „Einige unserer Kunden freuen sich über Krimis aus der Region, in denen sie die Orte wiedererkennen, wie beispielsweise im Krimi von Winrich Clasen, der unter dem Pseudonym Paul Schaffrath schreibt. Sein neuester Krimi 'Der ferne Sommer' spielt gleich bei uns um die Ecke. Es ist mal mit einer Prise Ironie, mal witzig, mal spannend geschrieben, der GA wird auch erwähnt, kurz – man fühlt sich zu Hause. Die zweite Empfehlung: Die Eifel ist immer eine Reise wert. Daher ist '111 Orte in der Eifel, die man gesehen haben muss' ein prima Geschenkbuch.“

Paul Schaffrath, „Der ferne Sommer“, Kriminalroman, 12,95 Euro; Bernd Imgrund, „111 Orte in der Eifel, die man gesehen haben muss“, Reiseführer, 16,95 Euro

Angelika Morell von der Bornheimer Bücherstube: „Ich empfehle gerne den Bildband 'Bonner Südstadt'. Auf 240 großformatigen Seiten gibt der ehemalige Bonner Stadtkonservator Franz-Josef Talbot Einblick in Geschichte und auch in die Häuser der Südstadt. Achim Bednorz hat Bilder von Stuck, Fresken und prunkvollen Innenräumen geschaffen, die schon fast an Venedig erinnern.“

Franz-Josef Talbot/Achim Bednorz, „Bonner Südstadt“, 240 Seiten, 150 Fotos, 35 Euro

Franzis Steinhauer, Leiterin der Öffentlichen Bücherei St. Matthäus in Alfter: „Mein Favorit – nicht nur für Neubürger in Alfter – ist das Buch 'Wegekreuze im Gemeindegebiet Alfter' von Heinz-Dieter Flamme. Er beschreibt auf über 160 Seiten aus allen Alfterer Ortsteilen die Wegekreuze mit ihren sehr eigenen Geschichten. So kann man sich auf teils sehr humorvolle Art und Weise bei vielen Spaziergängen die Gemeinde Alfter erschließen.“

Das Buch „Wegekreuze im Gemeindegebiet Alfter“von Heinz-Dieter Flamme ist für eine Schutzgebühr von fünf Euro in der Bücherei Sankt Matthäus, Hertersplatz 14, und in vielen Pfarrbüros der Region erhältlich.

Nicole Jünger vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim: „Meine Lieblingsregionalautorin ist ganz eindeutig Judith Merchant aus Bonn. Sie war bisher mit jedem ihrer Bücher hier bei uns zur Lesung, und auch meine Kunden lieben sie. Am besten gefällt mir ihre Reihe um den Königswinterer Kommissar Jan Seidel und seine Oma Edith, und ich habe, weil mir diese Bücher so gut gefallen, Walter Ullrich vom Kleinen Theater in Godesberg den Titel „Rapunzelgrab“ als Bühnenstück vorgeschlagen und auch selbst die Bühnenfassung geschrieben. Das Stück wird im Frühjahr Premiere haben“, so Nicole Jünger vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim.

Judith Merchant, „Rapunzelgrab“, Kriminalroman, 9,99 Euro

Christel Engeland für das Team der Buchhandlung Kayser in Rheinbach:„Wir möchten gerne 'Fräulein Broich' von Heidi Möhker empfehlen. Es handelt sich um einen schönen historischen Kriminalroman, der im Bonn des Jahres 1900 spielt. Im Mittelpunkt stehen sympathische Charaktere, die mit widrigen Umständen zu kämpfen haben. Henny Broich möchte beweisen, dass sie als Frau ebenso mündig ist wie ein Mann und als selbstständige Krankenpflegerin ihr Brot verdienen kann, was sich sowohl wirtschaftlich wie sozial als schwierig erweist. Sie versucht zudem, die Morde an Bonner Hoteliers aufzuklären, in die ihr Vater, Theodor Broich, und ihr neuer Freund Oskar Moosfeld verwickelt sind. Durch den gut recherchierten historischen Hintergrund, den die Autorin mit leichter Hand einfließen lässt, erfährt man auch viel Interessantes über das Leben in Bonn um die Jahrhundertwende.“

Heidi Möhker, „Fräulein Broich“, Kriminalroman, 12,95 Euro