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Starkregen überflutet zahlreiche Straßen und Gleise: Gewitterzelle über Meckenheim

Starkregen überflutet zahlreiche Straßen und Gleise : Gewitterzelle über Meckenheim

Starkregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 104 Litern pro Quadratmeter hat am Montag vor allem im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis zu zahlreichen Überschwemmungen geführt. Einsatzschwerpunkt für die Freiwilligen Feuerwehren war die Stadt Meckenheim.

Die Gemeinde Grafschaft hatte die meisten Mengen zu verzeichnen. Dort wurden 103,5 Millimeter Regen gemessen. Die Stadt Meckenheim kam auf 89 Millimeter. Die Deutsche Bahn vermeldete, dass die Linie S 23 auf dem Streckenabschnitt Meckenheim mit überschwemmten Gleisen zu kämpfen hatte. Die Züge fuhren dort mit verminderter Geschwindigkeit. Am Obsthof Bohnen wurde eine Straße überschwemmt, die Unterführung nahe des Gartencenters Sängerhof war ebenfalls vollgelaufen. Dort mussten Polizei und Feuerwehr einen Personenwagen bergen, der sich in den Wassermassen festgefahren hatte und vollgelaufen war.

Die Landstraße zwischen Meckenheim und Röttgen musste zeitweise gesperrt werden, weil das Wasser von den Feldern auf die Fahrbahn geflossen war und eine Gefahr für den Verkehr darstellte. In der Nachbarstadt Rheinbach war die Ortschaft Wormersdorf Schwerpunkt der Einsätze.

Den ganzen Tag über hatte es immer wieder geregnet. Am frühen Abend intensivierte sich der Niederschlag. Dabei führte eine ungewöhnliche Wetterlage mit Wind aus Süden dazu, dass ein Nord-Süd-Regengebiet genau über Meckenheim lag. Das sorgte für Dauerberegnung. Zu mehr als 120 Einsatzstellen wurden die Wehrleute gerufen. Es waren bis in die Nacht hinein zahlreiche vollgelaufene Keller auszupumpen.

Der erste Alarm war um 17.15 Uhr eingegangen. Schwerpunkte der Einsätze waren die Meckenheimer Altstadt und Merl. Wie Stadtbrandmeister Günter Wiegershaus dem General-Anzeiger Sonntagabend sagte, mussten etwa 40 Straßen im gesamten Stadtgebiet gesperrt werden, weil sie überflutet waren. Darunter auch die Landstraße 281n, die erst am Wochenende wieder freigegeben worden war, nachdem ein Wasserrohrbruch sie unpassierbar gemacht hatte.

"Die Kanäle haben es einfach nicht mehr gepackt", sagte Wiegershaus. Auch von den Feldern, den Obstplantagen und den Baumschulen rings um die Stadt strömten die Wassermassen auf die Straßen und machten den Autofahrern die Durchfahrt unmöglich. Unterstützt wurden die Meckenheimer Feuerwehrleute von den Wehren aus der Nachbarstadt Rheinbach und sogar aus Sankt Augustin. Laut Wiegershaus kam bei den Einsätzen niemand zu Schaden. Als gegen 21 Uhr der Regen etwas nachließ, konnte er erst einmal durchatmen.