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Automatische Garagentore: Der TÜV warnt vor veralteter Technik

Bequem im Auto sitzen bleiben, einen Knopf drücken und warten bis sich das Tor öffnet. So viel Komfort bieten heutzutage in Deutschland Millionen privater Garagen.

Mit mehr als 70 Prozent sind Schwing- und Kipptore am meisten verbreitet. Seltener hingegen sind sogenannte Sektional-Tore mit einzelnen über Schienen geführten Elementen.

Doch meist machen sich die Benutzer keine Gedanken über mögliche Gefahren, zum Beispiel für Kinder. Besonders dann, wenn die Technik bereits veraltet und das Material deutlich in die Jahre gekommen ist. Experten des TÜV warnen, dass zahlreiche alte Tore dringend auf ihre Sicherheit hin überprüft werden sollten.

Sobald automatische Tore auf ein Hindernis treffen, sollten sie stoppen und sofort wieder hochfahren. Dies bezeichnen Fachleute als Rücklauf-Funktion. Meist überträgt ein Elektromotor seine Kraft über eine Kette auf das Tor.

Die Antriebskraft, die vom Gewicht des Tores und der Stärke der Federn abhängt, wird zuvor am Motor eingestellt. Sobald ein Hindernis die Bewegung des Tores stört, reicht genau diese Kraft nicht mehr aus. Also stoppt der Motor und legt den Rückwärtsgang ein.

Der Mechanismus ist auch für Laien auf Anhieb verständlich und sollte längst überall Standard sein. Die Realität sieht trotz der seit Mai 2005 vom TÜV vorgeschriebenen DIN-Norm anders aus. Veraltete Tore kennen nur den Status "auf" oder "zu" und drücken gegen Widerstände mit voller Kraft weiter.

Je nach Größe des Tores kann sich das Gewicht auf 100 Kilogramm und mehr erhöhen. Aber auch Bauteile wie Schienen und Federn bergen ein gewisses Risiko und können zu Verletzungen wie zum Beispiel der Quetschung von Fingern und Händen führen. Um dies künftig zu vermeiden, schreibt die Norm vor, wie tief oder groß Rillen und Abstände sein dürfen.

Die Kosten für ein automatisches Tor bei einer privaten Garage liegen bei einer durchschnittlichen Breite von 2,50 Meter zwischen 1 500 und 1 700 Euro. Sie können bei besonders aufwendiger Ausführung mit Edelstahl und Verglasung Preise zwischen 2 800 und 3 200 Euro erreichen und in der Luxus-Ausführung mit Kassetten-Motiv in nordischer Fichte auf bis zu 4 000 Euro klettern.

Um Beratung, Verkauf, Aufmaß und Einbau kümmern sich spezielle Fachhändler und ihre Monteure. Bei Umbau und Modernisierung eines bereits eingebauten Garagentors hingegen sind Elektrotechniker gefragt. Daneben gibt es in Fach- und Baumärkten Antriebe zum Nachrüsten. Doch der TÜV mahnt Hobby-Handwerker, dabei äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen. Denn nicht jedes Tor passt zu jedem Antrieb, und Fehler können gefährliche Folgen haben.

Zumal sich viele Besitzer eines automatischen Garagentors in spe nicht bewusst sind, dass sie laut Gesetz für die komplette Anlage in vollem Maße haften. Darauf werde in den Bedienungsanleitungen vieler Hersteller nicht deutlich genug hingewiesen, bemängelt der TÜV.

In jedem Fall sollte ein Automatiktor regelmäßig überprüft werden. Wann es soweit ist, kann der Laie bei Bedarf selbst testen, indem er einen beliebigen Gegenstand oder wahlweise auch eine Personenwaage unter das Tor stellt und den Rücklauf-Mechanismus überprüft. Allerdings ohne dort anschließend selbst Hand anzulegen. Dies ist allein die Aufgabe eines Fachmanns.

Informationen zu Elektrotechnik-Betrieben in der Region unter www.elektroinnung-bonn-rhein-sieg.de