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Regierungsbunker Ahrweiler: Die Franken proben das Wohnen

Regierungsbunker Ahrweiler : Die Franken proben das Wohnen

Gleich zwei gute Nachrichten brachte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner (Südpfalz) mit bei seinem Besuch der Dokumentationsstätte Regierungsbunker. In seiner Eigenschaft als Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die den ehemaligen Regierungsbunker verwaltet, machte er sowohl den Heimatverein Alt-Ahrweiler als auch den Verein Frankensiedlung Nithrindorp glücklich.

Der Heimatverein als Betreiber der Dokumentationsstätte kann endlich seine dringend notwendige Toilettenanlage bauen, und die Frankenfreunde kommen ihrem Frankendorf einen entscheidenden Schritt näher.

Nachdem Museumsleiterin Heike Holunder und der Chef des Heimatsvereins, Wilbert Herschbach, den Gast aus der Südpfalz durch den ehemaligen Regierungsbunker geführt hatten, konnte sich Lindner selbst davon überzeugen, wie groß der Zuspruch zu dieser Dokumentationsstätte ist. An die 1000 Besucher zählte Herschbach an diesem Tag. "Und dafür stehen uns gerade einmal drei Toiletten zur Verfügung", schüttelte der Vorsitzende den Kopf über die "unhaltbaren Zustände".

Schon seit langem sei man deshalb mit der BIMA in Verhandlungen wegen eines Anbaus mit zwölf Toiletten, einem Imbiss und einer Küche. Kostenschätzung der BIMA: 700.000 Euro. Da sei es mehr als nachvollziehbar, dass die Behörde davon Abstand genommen und das Projekt in die Hände des Heimatsvereins gelegt habe. "Denn wir können es bei weitem preiswerter machen", ist Herrschbach überzeugt.

Lindner bestätigte jetzt das endgültige Okay von der Bundesanstalt, der Verein kann also jetzt loslegen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Das Geld dafür hat der Verein bereits zusammen.

Optimistisch ist auch Mathias Heeb, der Vorsitzende des Vereins Frankensiedlung Nithrindorp. Denen überbrachte Lindner die Botschaft, dass die BIMA inzwischen eine Vorentscheidung bezüglich des etwa 14.000 Quadratmeter großen Geländes getroffen habe, auf dem die Franken ihr Dorf nach historischen Vorbildern errichten wollen. Mittlerweile sei ein Gutachterausschuss des örtlichen Katasteramtes mit der Wertermittlung für dieses Brachland beauftragt worden. Auf der Grundlage des Gutachtens soll dann mit dem Verein über einen Kauf verhandelt werden.

Derweil hatte der Verein zum ersten Mal am besagten Ort ein viertägiges Zeltlager veranstaltet. In zwölf Zelten verbrachten 40 "Franken" aller Altersstufen die vier Tage allerdings bei alles andere als zeltlagerfreundlichem Wetter in teils knöchelhohem Matsch. Das am Spieß vor sich hin bruzzelnde Schwein mag darüber hinweg getröstet haben. Dazu gab es Bergerbsensuppe mit Fladenbrot und jede Menge Met.

Vor und in den Zelten wurde fleißig historisches Handwerk ausgeübt, vom Bogenbau über die Weberei und die Schmuckstücke-Herstellung mit Speckstein bis hin zur Produktion von Holzschindeln mit den Schindeleisen und einen Hammer aus Rohhaut. Mit den noch zu veredelnden Schindeln sollen die Dächer der geplanten 14 Gebäude gedeckt werden, aus der die originalgetreue Frankensiedlung bestehen soll. Heeb: "Wir freuen uns drauf."