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Geldinstitute im Kreis Ahrweiler: Raiba will auch die Filiale Lantershofen schließen

Geldinstitute im Kreis Ahrweiler : Raiba will auch die Filiale Lantershofen schließen

Dass die Raiffeisenbank Voreifel ihre Filiale in Unkelbach auf eine reine Automatenfiliale ohne Personal reduzieren möchte, ist bekannt. Nach GA-Informationen sollen weitere Filialen geschlossen werden.

Der Raiffeisenbank-Vorstand wird seine Mitglieder bei ihrer Regionalkonferenz am Dienstag in Gelsdorf über Umstrukturierungen, Änderungen der Öffnungszeiten und Schließungen informieren. „Für die Raiffeisenbank ein notwendiger Schritt, will man sich weiterhin auf dem Markt behaupten. Mitbewerber hätten schon vor geraumer Zeit ähnliche Schritte unternommen“, heißt es aus Bankkreisen.

„Wir haben versucht, diese Schritte möglichst lange hinauszuschieben, müssen unseren Kunden gegenüber aber auch weiterhin eine qualifizierte Beratung anbieten“, erklärte Vorstand Heiko Ulrich. Und das gehe nur durch die Bündelung in Beratungszentren. Im Zuge der Digitalisierung und immer schneller fortschreitender Änderungen sei es für die einzelnen Zweigstellenleiter kaum noch machbar, kompetent und umfassend zu beraten. Die Komplexität erfordere Fachpersonal. Heißt: Wer sich als Lantershofener künftig in Geldfragen beraten lassen möchte, muss nach Ringen fahren.

Die Berater besuchen im Einzelfall die Kunden allerdings auch zu Hause. Dass es auch „Geldboten“ geben wird, konnte Ulrich nicht versprechen. Er machte aber klar: „Wir müssen für unsere 32 000 Mitglieder erfolgreich bleiben. Und wenn es irgendwo ein Problem gibt, finden wir auch gemeinsam eine Lösung.“ Es sei der Bank ein Anliegen, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Daher bleiben auch die Automaten in Lantershofen. Diese sind derzeit im kleinen Vorraum der Bank montiert. Möglicherweise wird dieser Bereich noch ein wenig vergrößert, auch wenn Ulrich deutlich machte, dass es für die Räumlichkeiten der Filiale, die sich im Besitz der Bank befinden, bereits eine andere Verwendung gebe.

Beschlossen wurden die Änderungen am Filialnetz bereits im Januar von Vorstand und Aufsichtsrat, erläuterte Ulrich. Die Regionalkonferenz habe ausschließlich informellen Charakter. Insofern macht es für Lantershofenens Ortsvorsteher Leo Mattuscheck „wenig Sinn, jetzt noch große Protestaktionen“ zu starten: „Mir tun aber gerade die älteren Menschen leid, die ihre Geldgeschäfte nicht übers Internet abwickeln.“ Mattuscheck wies für Besuche der Bank in Ringen auf die Möglichkeit des Grafschafter Seniorentaxis hin.

Indes hatte sich in die Berichterstattung über die Schließung in Unkelbach ein Verständnisfehler eingeschlichen. Dort hieß es über die Versammlung in der Mehrzweckhalle: „Ortsvorsteher Egmond Eich stellte weitere Protestformen vor. So sollten Unkelbacher Anteilseigner der Bank einen Protestbrief an den Vorstand schreiben. Unkelbacher Kunden sollten klar machen, dass sie die Bank wechseln würden.“ Dazu stellt Eich klar, dass er die Anregung eines Protestbriefes gegeben habe, der Aufruf, die Bank zu wechseln, stamme jedoch nicht von ihm, sondern von einem Besucher der Versammlung.