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Rhein in Flammen in Linz und Unkel: Promenade erstrahlt im Blau und Rot der Elemente

Rhein in Flammen in Linz und Unkel : Promenade erstrahlt im Blau und Rot der Elemente

Glitzernde Fontänen stiegen am Samstagabend über Linz in die Höhe, um dann als Goldregen wieder herabzusinken. Pünktlich um 21.45 Uhr hatte Pyrotechniker Helmut Reuter das erste Feuerwerk der Großveranstaltung von "Rhein in Flammen" gezündet, während der Konvoi der Schiffe sich auf den 26 Kilometer langen Weg Richtung Bonn machte. Die historischen Gebäude von Linz wurden vom Schein von 160 Bengalfackeln angestrahlt.

Begonnen hatte die Veranstaltung in Linz erheblich früher. Einen Vorgeschmack auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gab der Copacabana-Kick beim Cage-Soccer im Stadtgarten, während auf der großen Rheinwiese "DJ Rick van Beat" für Unterhaltung sorgte. Die übernahm ab 18 Uhr die Live-Band "Plenty Fourty", deren Soul aber nur von wenigen Besuchern genossen wurde. Erst zwei Stunden später, als langsam die Dämmerung einsetzte und die "Bloss mer jet und Bums Kapell" kölsche Lieder darbot, wurde es allmählich voller auf der Rheinwiese.

Trotz perfekten Wetters blieben viele Besucher lieber in der Altstadt als ans Rheinufer zu strömen, wie auch Stadtmanager Thomas Herschbach feststellte. Offenbar stellte das mediterrane Flair auf den idyllischen Plätzen und in den verwinkelten Gassen eine zu große Konkurrenz dar. Das Höhenfeuerwerk indes erwies sich als Publikumsmagnet.

Derweil hatte der Schiffskonvoi die per Lasershow "rekonstruierte" Ludendorffbrücke bei Erpel passiert. Unweit hatten die Gäste eines Grillfestes einen guten Blick. Gastgeber war traditionell der Bürgerverein. Ausgewählte Gebäude an der Unkeler Rheinpromenade vom Gefängnisturm im Süden bis zum Fronhof im Norden erstrahlten, die Elemente Feuer und Wasser symbolisierend, in verschiedenen Rottönen vom warmen Orange bis zum kühlen Rotviolett und von Tiefdunkelblau über Azur bis Türkis.

Lange vor 19 Uhr hatten sich rund um das "Promenaden-Café" im Norden und den Getränkestand an der Mariensäule im Süden bereits dichte Menschentrauben gebildet. Die Zuschauer warteten geduldig auf den Schiffskonvoi. Musikalisch unterhalten wurden sie von den Mitgliedern des Bläserkorps' der Karnevalsgesellschaft Unkel. Das Korps verteilte etwas verspätet frühlingshafte "Tulpen aus Amsterdam". Zudem lockten die Musiker mit dem "Zigeunerbaron" auf die autofreie Rheinpromenade. Wer ausgeharrt hatte, obwohl es später sehr kühl wurde, wurde mit einer sehr stimmungsvollen Atmosphäre belohnt.