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US-Sponsoren für Unkeler Vorhaben: Flüchtlingsprojekt auf Freibadareal

US-Sponsoren für Unkeler Vorhaben : Flüchtlingsprojekt auf Freibadareal

Das weitläufige Gelände des ehemaligen Unkeler Freibades soll eine neue Bestimmung bekommen. Unter dem Schlagwort „Integration im Bürgerpark“ stellte Bürgermeister Karsten Fehr den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates am Donnerstagabend den Plan des offenen, ökumenischen Kontaktkreises Flüchtlinge (KKF) in der Verbandsgemeinde Unkel vor.

Auf den Plan angesprochen hatte ihn Detlev Cosler, der Ehrenamtsbeauftragte in der Arbeit mit Geflüchteten der Katholischen Kirchengemeinde in der Verbandsgemeinde, bei der Kooperationsvereinbarung „Lotsenpunkt“.

Angefangen hatte alles mit der Idee, auf dem Freibadgelände eine Fahrrad-Repair-Werkstatt für Geflüchtete und Einheimische mit kleinem Geldbeutel aufzubauen. Untergebracht werden sollte diese im Imbissgebäude des ehemaligen Freibades. Während der Suche des KKF nach Sponsoren für die Anschaffung von Werkzeugen und zur Durchführung kleinerer Sanierungsarbeiten am Gebäude hatte sich dann aber viel mehr entwickelt – sowohl hinsichtlich der Integrationsmöglichkeiten, als auch hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten.

„Der KKF ist über sein Netzwerk auf amerikanische Geschäftsleute gestoßen, die von der Idee absolut begeistert waren. Da sie angesichts der Politik von Donald Trump kaum Möglichkeiten haben, Flüchtlingsprojekte in den USA zu sponsern, haben sie zugesagt, das Unkeler Vorhaben großzügig mit Spenden zu unterstützen“, berichtete Fehr.

Laut Cosler sei der KKF durch weitere Spenden-Aquisegespräche schon bald in der Lage, auf dem Freibadgelände ein breit angelegtes Integrationsvorhaben ins Leben zu rufen. Voraussetzung: Der Verbandsgemeinderat stimmt dem Plan zu. „Es wäre sträflicher Leichtsinn, die familiären Kontakte zu den spendenwilligen Amerikanern nicht zu nutzen. Nur durch ihre finanzielle Unterstützung kann die Integration im Bürgerpark umgesetzt werden, also die Umgestaltung des Geländes und Sanierung der Gebäude, so dass ein verschiedenartig genutztes Freizeitareal für alle Bürger entsteht, auf welchem bei unterschiedlichen Tätigkeiten Begegnung stattfinden kann“, erklärte Cosler.

Aktivitäten, die darauf abzielen sicherzustellen, dass Flüchtlinge die deutsche Kultur und deutsche Gesetz respektieren, sei nicht genug. Integration gelinge durch Aktionen gemeinsam mit Geflüchteten. Ohne eine interkulturelle Gesellschaft und kulturübergreifende Freundschaft zu schaffen, würden Flüchtlinge isoliert und ghettoisiert.

Eben dies will der KKF etwa durch gemeinsamen Sport, gemeinsame Musik, gemeinsames Gärtnern und Spielen verhindern. „Wir haben viele Träume mit Integrationscharakter für das Freibadgelände, auch wenn sich wahrscheinlich nicht alle realisieren lassen“, so Cosler. Entsprechend nannte er ausgehend von der Fahrradwerkstatt einen Verkehrsgarten neben einem Kletterpark, einen Fitness-Weg und eine Boulebahn sowie interkulturelle Tanzkurse und einen interkulturellen Gebetsraum.

„Wir finden die Idee wirklich gut und werden entsprechend keine anderen Pläne in Angriff nehmen. Im April führen wir Vorgespräche mit dem Bauamt und der Kreisverwaltung, um zu sehen, was möglich ist“, erklärte der Verbandsbürgermeister. Außerdem müsse nach einer geeigneten Rechtsform gesucht werden.

Am sinnvollsten wäre ein Verein, der von kirchlichen Organisationen mitgetragen werden könne. Für die Verbandsgemeinde müsse der Bürgerpark kostenneutral bleiben, so Fehr. Unter dieser Voraussetzung fand das Projekt auch die uneingeschränkte Zustimmung des Verbandsgemeinderates.