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Lesung im Gutenberghaus: Mörderische Geschichten im Keller

Lesung im Gutenberghaus : Mörderische Geschichten im Keller

Finsternis. Nur einige flackernde Kerzen im Keller. Ein Spinnennetz im Weg, eine leblose Frau auf einem Stuhl: Schauer jagten zartbesaiteten Seelen über die Haut. "Im Keller gemeuchelt oder lieber Schmetterlinge im Bauch?" Unter diesem Motto las Michaela "Gigi" Louisoder tief unten im Gutenberghaus.

Das Spinnennetz bestand aus Stoff, die Leiche war bei genauerem Hinsehen eine lebensgroße Puppe: Ihre skurrilen Mordgeschichten verlangten einfach diese gruselige Atmosphäre. Im Gutenberghaus-Keller hing Wäsche auf der Leine. Denn es war "Waschtag", so der Titel der ersten Geschichte.

Und über den männlichen Protagonisten des Stückes hieß es: "Wenn er eines hasste, dann waren es zu lange Fingernägel." Und noch viel mehr mochte er nicht - vor allem an seiner Frau. Und die stürzt eines Tages die steile Kellertreppe hinunter. Michaela Louisoder: "Er rief den Notarzt, um ihren Tod feststellen zu lassen." 19 Paargeschichten in ihrem Büchlein "Gigis Krimis" zeigen, wie aus der einstigen Liebe ein Weg zu Mord und Totschlag hinführt. Die Katastrophe bahnt sich an - geplant oder zufällig, gemächlich oder ungestüm.

Und wie ist es bei Heinz und Barbara? "Wie eine Furie drischt sie auf Heinz ein und demütigt ihn. Waschlappen, Idiot, Blödmann, so nennt sie ihn...Und immer öfter schlägt sie ihm ins Gesicht." Das Ende in diesem Fall? Beide sterben, im eingeschneiten Wagen an Kohlenmonoxidvergiftung, wie die Zuhörer von der vom Tegernsee stammenden Krimierfinderin und gelernten Journalistin erfuhren, die seit drei Jahren in Bad Honnef lebt. Im zweiten Teil ihrer Lesung stellte Louisoder autobiografisch gefärbte Geschichten vor: um die Ururgroßmutter oder die erste Liebe. Aus der wurde aber nichts. Vielleicht gut so.