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Ein Rückzugsort vom Klinikalltag: Zehn Jahre Ronald McDonald Oase in Sankt Augustin

Ein Rückzugsort vom Klinikalltag : Zehn Jahre Ronald McDonald Oase in Sankt Augustin

Vor zehn Jahren war die Ronald McDonald Oase in der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin gerade mal die zweite in ganz Deutschland. Seitdem haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter ganzen 20.000 Familien einen Ort zur Erholung abseits des Krankenbetts gegeben.

Die Zahl spricht für sich: Rund 20.000 Familien haben die Ronald McDonald Oase in der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin seit ihrem Start genutzt. Am Donnerstag feierte sie ihren zehnten Geburtstag mit einem Jubiläumscafé, bei dem auch die vielen ehrenamtlichen Helfer im Mittelpunkt standen.

Im April 2009 eröffnete die Ronald McDonald Stiftung den Raum im Souterrain der Klinik, der Eltern und den jungen Patienten einen Rückzugsort vom Klinikalltag bieten soll. Das sei damals ein kleines Wagnis gewesen, berichtete Stephanie Heinze, Direktorin Regionale Märkte bei der McDonald's Kinderhilfe Stiftung. Es sei zwar bereits die zweite Oase in Deutschland gewesen, aber die erste an einem Standort, an dem es damals noch kein Ronald McDonald Haus gab. Das kam 2014 hinzu. Mittlerweile werde die Oase nicht nur in Sankt Augustin, sondern auch weltweit gut angenommen. Laut Heinze gibt es in Deutschland inzwischen sechs Oasen, auf der ganzen Welt sind es 250 sogenannte Family Rooms.

Mehr als 30 Ehrenamtliche kümmern sich in Sankt Augustin um die Besucher und sorgen dafür, dass sie Ruhe und Entspannung finden. Sie versorgen die Familien mit Kuchen oder Kaffee und unterstützen sie mit aufmunternden Worten. 16 von ihnen sind bereits seit zehn Jahren dabei. Laut Kinderhilfe haben allein sie sich seither 24 000 Stunden in der Oase eingebracht. „Toll, dass ihr das seit zehn Jahren macht“, dankte Leiterin Marion Heigl den Ehrenamtlichen. „Wir hoffen, ihr bleibt uns noch lange erhalten.“

Schauspieler Tom Lehel ist Schirmherr

Für ihr Engagement erhielten sie am Donnerstag ein kleines Präsent von Heigl und dem Schirmherr der Oase, Schauspieler Tom Lehel, der ebenfalls bereits seit einem Jahrzehnt an Bord ist. Er hatte ein selbst verfasstes Gedicht mitgebracht, das die Illustratorin Anna Karina Birkenstock in Echtzeit als buntes Bild auf eine Leinwand bannte.

Geburtstagsgrüße überbrachten auch Bürgermeister Klaus Schumacher und der Ärztliche Direktor der Asklepios Klinik Sankt Augustin, Ehrenfried Schindler. Ein Ort wie die Oase sei wichtig, sagte der Ärztliche Direktor: „Die Kraft, die die Eltern für ihre Kinder brauchen, müssen sie sich auch irgendwo herholen.“ Die Klinik sei froh, den Eltern hier einen Rückzugsort bieten zu können. „Ich freue mich auf die nächsten zehn Jahre“, sagte Schindler.

Bürgermeister appeliert an Mitarbeiter: durchhalten

Schumacher sprach in seiner Rede den angekündigten Weggang der Chefärzte Boulos Asfour und Martin Schneider aus dem Deutschen Kinderherzzentrum an das Universitätsklinikum Bonn an (der GA berichtete). „Wir haben einen ersten Schlag hinnehmen müssen, als die Geburtshilfe geschlossen wurde. Jetzt hören wir, dass zwei hervorragende Ärzte unsere Klinik verlassen“, sagte er und appellierte an die Klinikmitarbeiter: „Halten sie durch, damit wir in die Zukunft starten können.“

Er blickte auch auf die Zeit vor der Oase zurück und erinnerte an den Paradigmenwechsel, der mit ihr kam. Denn es habe Zeiten gegeben, zu denen Eltern ihre Kinder im Krankenhaus erst nach 16 Uhr besuchen durften; Geschwister unter 14 Jahren hätten überhaupt nicht in die Zimmer kommen dürfen. Schumacher: „Von der Stiftung ist etwas Tolles für Sankt Augustin und die Menschen aus der Umgebung geschaffen worden.“