1. Region

Brückberg: SPD-Ratsherr Krause wechselt zur CDU

Brückberg : SPD-Ratsherr Krause wechselt zur CDU

Brückberger Sozialdemokrat nimmt sein Mandat mit. SPD-Fraktion entschuldigt sich bei den Wählern.

Es ist bitter für die SPD. Sie verliert ein Ratsmandat im Siegburger Rathaus. Der Sozialdemokrat Detlef Krause ist aus der Fraktion und der Partei ausgetreten und zur CDU gewechselt. Krause war bei den Kommunalwahlen am 25. Mai für die SPD auf dem Brückberg angetreten und über die Liste in den Stadtrat eingezogen. Sein Mandat nimmt er mit zur CDU.

Rein rechnerisch hätten die Christdemokraten damit ihre verlorene absolute Mehrheit zurück, allerdings nur mit der Bürgermeisterstimme. Laut Fraktionschef Jürgen Becker werde die CDU aber an ihrer Koalition mit der FDP festhalten und sich an alle Zusagen halten. So solle die SPD den zweiten stellvertretenden Bürgermeister stellen. Das wird Stefan Rosemann sein.

Krause, der seit 20 Jahren der SPD angehörte und seit 15 Jahren im Stadtrat sitzt, begründete seinen Schritt mit rein persönlichen Motiven. Er habe im Wahlkampf Dinge zugesagt, die er mit der SPD nicht umsetzen könne. "Außerdem will ich mitgestalten, das ist in der Opposition nicht möglich."

Seine Entscheidung sei kein Schnellschuss gewesen, sondern reiflich überlegt. Er wolle seine Ziele nun auf dem anderen Weg, mit der CDU, erreichen. Über die Ziele im Einzelnen wollte der 57-Jährige nichts sagen. Missstimmung habe es nicht gegeben.

Sein Mandat nehme er mit, weil ein politisches Arbeiten ohne Mandat für ihn nicht möglich seie. "Fraktionslos geht gar nicht", so Krause. Stinksauer über den Seitenwechsel Krauses ist die Siegburger SPD. Vor allem ärgert die Sozialdemokraten, dass Krause sein Mandat mitnimmt.

"Das ist ein dreister Betrug am Wähler und absolut inakzeptabel. Für alle Menschen in unserer Partei ein Schlag ins Gesicht", schimpfen SPD-Fraktionschef Frank Sauerzweig und Parteichef Stefan Rosemann. Einer solch gewissenlosen Entscheidung einer Einzelperson stehe die SPD machtlos gegenüber.

Krause hatte ein Direktmandat im Wahlbezirk 100 Brückberg deutlich verfehlt, mit dem sechstschlechtesten Ergebnis für die SPD. "Wir möchten uns stellvertretend bei unseren Wählern und Wählerinnen, besonders auf dem Brückberg, entschuldigen", so Rosemann und Sauerzweig.