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Naturpflege in Alfter: „Dressprümmchen“ für den Friedensweg

Naturpflege in Alfter : „Dressprümmchen“ für den Friedensweg

Die Schüler der Vorgebirgsschule pflanzen einen jungen Pflaumenbaum, der einer alten Sorte angehört, die lange Zeit als ausgestorben galt.

Anstatt im Unterricht zu sitzen, standen die Schüler der Mittelstufe der Vorgebirgsschule Alfter in Gummistiefeln und bewaffnet mit Schaufeln und Spaten auf der Wiese am Friedensweg. Mit Hilfe von Biologin Xenia Scherz und ihrem technischen Mitarbeiter Simon Weber pflanzten die Schüler der Förderschule gestern einen Obstbaum, das „Dressprümmchen“.

Die Vorgebirgsschule nimmt an dem Projekt „Eine runde Sache – Obstwiesen im Unterricht für Schulen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn“ der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis teil. Weitere Kooperationspartner sind die Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft und die drei Naturparks Rheinland, Siebengebirge und Bergisches Land.

Gefördert wird das Obstwiesenprojekt außerdem durch das Netzwerk „Landschaftliche Kulturpflege“ des Landschaftsverbandes Rheinland. Die Kinder der Vorgebirgsschule veranstalten alle vier Wochen einen Obstwiesentag, an dem sie mit der Biologin auf die Wiesen von Günter Benz gehen, um Bäume zu beschneiden, Reisig zu sammeln und Kräuter kennenzulernen. „Ich finde das Projekt klasse“, sagt Günther Benz. „Ich habe die Kinder und Lehrer oft hier spazieren gehen sehen und als sie mich gefragt haben, ob ich ihnen meine Wiesen für das Projekt zur Verfügung stelle, habe ich sofort zugesagt.“ Jedoch ist auf Benz' eigenen Wiesen kein Platz mehr für weitere Bäume und so wurde das „Dressprümmchen“ auf die Wiese beim Friedensweg gesetzt. „Jetzt haben wir eine tolle Kombination zwischen dem Obstwiesenprojekt und der Verschönerung des Friedensweges gefunden“, sagt Scherz. Die Schüler halfen tatkräftig beim Pflanzen des Baumes mit. Sie schaufelten mit aller Kraft ein Loch und setzten den Baum ein. Auch für Schutz sorgten sie. Ein Gitter im Boden hält Nagetiere wie Wühlmäuse oder Hasen fern und gegen Wild schützen Dreibock und Zaun.

Das „Dressprümmchen“ ist eine alter Obstbaumsorte, von der nur noch ein Altbaum in der Umgebung zu finden ist. „Barbara Bouillon, stellvertretende Leiterin der Biostation mit Sitz in Eitorf, hat es geschafft, aus Edelreisern neue Jungbäume hochzuziehen“, erklärte Scherz. „Unser Ziel ist es, die alten Obstwiesen und Sorten zu erhalten.“

Übersetzt heißt der Name des Baumes übrigens so viel wie Mist- oder Scheißpfläumchen, die Sorte soll aber sehr lecker schmecken.