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Energietag im Rhein-Sieg-Kreis: Solaranlagen an der Hauswand

Energietag im Rhein-Sieg-Kreis : Solaranlagen an der Hauswand

Energie sparen ja - aber wie? Auf diese Frage suchen viele Hausbesitzer oder die, die es werden wollen, Antworten. Denn in Zeiten von steigenden Energiepreisen und nicht unendlich verfügbaren Energierohstoffen beschäftigen sich immer mehr Menschen mit diesem Thema.

Einen Überblick über Energieeinsparmodelle konnten sich die Besucher am Samstag beim Energietag der Projektgruppe "Erneuerbare Energien/Energieeffizienz" des Integrierten Ländlichen Entwicklungs-Konzepts (ILEK), einer Initiative von sechs Kommunen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, verschaffen. Dabei vermittelten Experten mit Vorträgen im Meckenheimer Verwaltungsgebäude Fakten zur Nutzung von Dämmstoffen oder der optimalen Wärmerückgewinnung. Nachmittags gewährten sieben Privatleute und ein Gewerbebetrieb Einblick in ihre Häuser.

Carsten Billich aus Alfter-Impekoven zeigte den Besuchern zunächst ein Foto seines Hauses aus den 50er Jahren. Damals schlicht und schnörkellos, ist es inzwischen kaum wiederzuerkennen. Billich kaufte das Haus 1999, modernisierte die Immobilie Zug um Zug und integrierte modernste Technik sowie umweltschonende Bau- und Dämmstoffe. "Dabei haben wir uns am Passivhausstandard orientiert", erläutert der Vater von drei Kindern. Zum Einsatz kamen dreifach isolierte Fenster, eine Zellulosedämmung der Wände sowie eine Lüftungs- und Pelletheizungsanlage. "Das Dach haben wir 2009 erneuert und auch eine Solaranlage installiert, die Hauptrenovierung erfolgte dann 2012", erläuterte der 48-Jährige.

Im Herzen der Rheinbacher Altstadt hat sich Wolfgang Gries (56) einen Traum erfüllt. Vor knapp zwei Jahren erwarb er ein baufälliges Fachwerkhaus in der Bachstraße, dessen Gründungsstein auf das Jahr 1802 hinweist. "Ich habe es aus Liebhaberei gekauft und möchte die Immobilie nach dem Umbau zunächst vermieten", erläuterte Gries. Im Gespräch verriet er aber, dass das knapp 150 Quadratmeter große Haus als Alterswohnsitz für ihn und seine Lebensgefährtin vorgesehen ist. 2015 soll der Umbau fertig sein. Für die energetische Sanierung des Fachwerkhauses zum KfW-Effizienzhaus-Denkmal hat Gries ein KfW-Darlehen in Anspruch genommen.

Heizen mit Eis? "Das geht sehr wohl", erläutert Thomas Maintz (60) aus Swisttal-Ollheim einen noch recht jungen Trend des Energiesparens. Er heizt und kühlt die vier Wohneinheiten umfassende Anlage aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einer Eisspeicherheizung. Dafür sind vier mit Wasser gefüllte Zehn-Kubikmeter-Speicher im Erdreich versenkt worden. In Kombination mit einer Wärmepumpe wird im Eisspeicher die im Wasser enthaltene Energie beim Übergang zu Eis genutzt. "Das Tolle daran ist, dass die Wohnungen nicht nur geheizt, sondern im Sommer auch gekühlt werden", erläutert Maintz das Konzept. Die Eisspeichertechnik kann an vorhandene Fußbodenheizungsschlaufen angeschlossen werden, die Eisspeicher sind Betonzisternen, die in den Boden im Umfeld des Hauses eingelassen werden.

In Bornheim-Rösberg empfing Wolfgang Paulus (54) die Besucher in seinem aus dem Jahr 2013 stammenden, 150-Quadratmeter großen Passivhaus, das er mit seiner Frau und seinem Sohn bewohnt. "Das in Holzständerbauweise erstellte Haus hat perfekte Isoliereigenschaften", so Paulus bei der Erläuterung der eingesetzten Dämm- und Baustoffe. Warmwasser wird durch eine Wärmepumpe erzeugt, den Strom nutzt die Familie aus einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Da hier mehr Energie produziert als benötigt wird, kann Familie Paulus noch Strom ins örtliche Stromnetz einspeisen. Durch die positive Energiebilanz spricht man auch von einem Energieplushaus.