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Clan-Chef aus Leverkusen stirbt in Uniklinik Bonn - Polizei im Einsatz

Polizei im Einsatz : Clan-Chef stirbt nach Corona-Infektion in Bonner Uniklinik

In der Bonner Uniklinik ist am Donnerstagmorgen ein mit dem Coronavirus infiziertes Mitglied eines Leverkusener Familienclans gestorben. Angehörige versammelten sich auf dem Venusberg nahe der dortigen Kapelle. Die Bereitschaftspolizei rückte aus.

In der Bonner Uniklinik ist am Donnerstagmorgen ein ranghohes Mitglied eines Leverkusener Familienclans gestorben. Angehörige versammelten sich im Laufe des Tages auf dem Venusberg nahe der dortigen Kapelle. Die Bereitschaftspolizei war bis zum Mittag im Einsatz.

Bonns Polizeisprecher Robert Scholten bestätigte den Einsatz auf dem Klinikgelände, der friedlich verlaufen und vorsorglich erfolgt sei. Um die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung zu kontrollieren, sei das Bonner Ordnungsamt vor Ort im Einsatz gewesen. Probleme habe es keine gegeben. Am Vormittag waren einige Dutzend Familienmitglieder nahe der Kapelle auf dem UKB-Grundstück zu sehen. Immer wieder wechselten die Besucher. Vor der Kapelle konnten Trauernde auf Stühlen Platz nehmen.

Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Das Universitätsklinikum teilte am Donnerstag auf Anfrage mit: „Die Sicherheitsmaßnahmen mit der Polizei gestern und heute waren prophylaktisch indiziert, weil bei uns ein Clanchef in sehr kritischem Zustand behandelt wurde.“ Weitere Einzelheiten teilte er mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz nicht mit.

Wie der General-Anzeiger aus verlässlicher Quelle erfuhr, soll der Mann 53 Jahre alt gewesen sein und in Leverkusen gewohnt haben. Er war offenbar vorerkrankt und wurde aufgrund akuter Atmungsstörungen auf den Venusberg eingeliefert. Die Mediziner auf der Intensivstation sollen ihn deshalb an ein ECMO-Beatmungsgerät angeschlossen haben. Diese medizinischen Spezialgeräte dienen der Behandlung von Patienten bei akutem Lungenversagen. In diesem Bereich gehört das Bonner Haus zu den führenden in Deutschland.

Bereits am 5. April war ein Leverkusener Familienmitglied nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, allerdings nicht in Bonn. Der 61-Jährige fungierte als sogenannter Friedensrichter.

Ende der 1950er Jahre wanderte die Roma-Großfamilie vorwiegend aus Polen und der ehemaligen DDR in den Großraum Leverkusen ein. In der Vergangenheit haben Gerichte einige Angehörige wegen Geldwäsche und gewerblichen Betruges verurteilt. Im Raum stand zudem immer wieder die Erschleichung unberechtigter staatlicher Leistungen. Ein hohes Mitglied des Clans hat auf einem Beueler Friedhof seine letzte Ruhe gefunden.

Vor der Beerdigung des „Friedensrichters“ in Leverkusen befürchteten die Ordnungsbehörden, die Familienangehörigen könnten sich nicht an Vorgaben der Corona-Schutzverordnung halten und zu Hunderten anreisen. Letztlich erschienen laut Medienberichten lediglich 25 Erwachsene und weitere 15 Kinder bei der Trauerfeier. Sie hielten sich an die geltenden Corona-Schutzregeln. Nach Kenntnis des GA soll auch der nun verstorbene 53-Jährige in Leverkusen beigesetzt werden.

(ga)