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Kommentar zum Deutschen Museum: Ein klares Bekenntnis fehlt

Kommentar zum Deutschen Museum : Ein klares Bekenntnis fehlt

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Bonner Filiale des Deutschen Museums zu retten. Darauf weist Museumsleiterin Andrea Niehaus zu Recht hin.

Es sind einige Pflöcke parallel einzuschlagen: die Finanzierung einerseits, die Planung für eine Neuausrichtung mit einer Ausweitung als außerschulischer Lernort zur Förderung der Mint-Berufe andererseits. Und beides greift ineinander, weil ein neues Konzept Grundlage sein muss für Verhandlungen mit etwaigen Vertragspartnern, die die Betriebskosten stemmen sollen. Der Förderverein hat sich im Eiltempo dahinter geklemmt und Ideen formuliert. Etwa 70 Mitglieder aus der Wirtschafts- und Finanzwelt haben sich vereint – ein beachtliches Zeichen.

Keine gemeinsame Haltung

Was in diesem Dilemma fehlt, ist ein eindeutiges Bekenntnis der Stadt zu diesem technisch-naturwissenschaftlichen Museum. In den politischen Gremien gab es ein bisschen Zuspruch hier, ein wenig Anerkennung dort, aber keine gemeinsame Haltung. Die Ratskoalition hatte in einem Brief an den Museumsunterstützer Klaus Kinkel mal in Aussicht gestellt, die 250 000 Euro für die drei Planstellen weiterzuzahlen, die die Stadt vertragsgebunden ohnehin finanzieren muss. Davon wusste wiederum die SPD nichts.

Nach einer konzertierten Aktion, wie man sie beim drohenden Verlust eines solchen Hauses erwarten würde, klingt das alles nicht. Die 250 000 Euro unumwunden für den Erhalt zur Verfügung stellen: Das wäre, zumindest was die Rhetorik anbelangt, mal ein erstes Bekenntnis. Wenn der Stadt das Museum gar nichts mehr wert ist, ist das kein guter Ausgangspunkt für Verhandlungen.