Jäger im Kreis Ahrweiler: Reflektoren reduzieren Wildunfälle

Jäger im Kreis Ahrweiler : Reflektoren reduzieren Wildunfälle

Die Mitglieder der Kreisjägerschaft Ahrweiler hoffen, dass ihr Beispiel Schule macht. Runder Tisch zum Schwarzwild. Wildschweinpopulation ist stark gestiegen.

Die Jäger im Kreis Ahrweiler haben allen Grund, auf ihre „Aktion Blau“ stolz zu sein. Auf einer Länge von 100 Kilometern Straßen wurden in den vergangenen beiden Jahren die Leitpfosten mit blauen Wildreflektoren versehen. Das Ergebnis: Die Zahl der Wildunfälle ist auf diesen Straßen um 71 Prozent gesunken. Diese Zahl nannte Ralf Schmidt, Obmann der Kreisjägerschaft, bei deren Hauptversammlung in Dernau.

Vor 180 Jägern, Landrat Jürgen Pföhler sowie Vertretern der Kreistagsfraktionen appellierte Schmidt an die Politik, die „Aktion Blau“ zu unterstützen. Sein Fernziel: Übernahme der Kosten durch den Staat und eine Standardisierung der Leitpfosten an allen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Deutschland. An dem Pilotprojekt hatten 24 Jagdreviere im Kreis teilgenommen, die Kosten von fünf Euro pro Reflektor waren von Sponsoren übernommen worden.

Ein Unterfangen, für das Thomas Güthe, Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler des Landesjagdverbands, und Landrat Jürgen Pföhler nur Lob hatten. In Sachen Waffenrecht appellierte Güthe an seine 900 Mitglieder, dass die „Jäger Vorbild sein sollen“. Pföhler hatte zuvor auf die Kontrollen hingewiesen, die der Kreis verstärkt hinsichtlich der Aufbewahrung von Schusswaffen durchführen will. Dabei werden laut Pföhler insgesamt 2600 Waffenbesitzer kontrolliert.

Kontrolliert werden vom Kreis aber auch die Abschusszahlen. Kreisjagdmeister Stephan Schuck nannte die Zahlen für das vergangene Jagdjahr: So wurden im Kreis 3335 Stücke Rotwild, 1539 Stücke Rehwild, 3332 Wildschweine, 162 Mufflons (Wildschafe) und 67 Stücke Damwild erlegt.

Stolze Zahlen, dennoch müssen, so der Landrat, für einige Reviere weiter Mindestabschusspläne für Rot- und Rehwild festgesetzt werden, „da nach den forstbehördlichen Stellungnahmen das waldbauliche Betriebsziel durch Verbiss- und Schälschäden erheblich gefährdet ist“. Kreisjagdmeister Schuck appellierte zudem daran, möglichst früh mit der Bejagung von Wildschweinen zu beginnen. Denn es deute sich eine deutliche Zunahme der Population und damit der Wildschäden an.

Anders sehe es beim Niederwild aus. Es gebe immer weniger Feldhasen, Fasane und Rebhühner. Hier gelte es, bei Beutegreifern wie dem Fuchs „weiter am Ball zu bleiben“.

Pföhler wies zudem auf die Tierseuchenprävention hin. So habe das Landesforstministerium einen „Runden Tisch Schwarzwild“ angeregt, an dem Jäger, Behörden sowie Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft Lösungen zur Eindämmung der erhöhten Wildschweinbestände erarbeiten.

In Jahrzehnten erarbeitet haben viele Jäger ihre Treuenadeln vom Landesjagdverband. Diese ging für 60 Jahre an Peter Steinborn, Paul Wiegand und Walter Bündgen. 50 Jahre Mitglied sind Johann Paffenholz und Walter Kloubert. Zudem wurden 13 Jäger für 40 Jahre und 16 für 25 Jahre ausgezeichnet. Treuenadeln gab es auch für sieben Jagdhornbläser angeführt von Marion Workert, die seit 30 Jahren ins Horn stößt.