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Königswinter: 18. Kunsthandwerkermarkt rund um das Haus Bachem

Königswinter : 18. Kunsthandwerkermarkt rund um das Haus Bachem

Die Besucher des 18. Kunsthandwerkermarktes in Königswinter kamen nicht nur, um zu kaufen, sondern auch wegen der vielen interessanten Gespräche mit den Händlern.

Hochbetrieb herrschte schon am frühen Samstagnachmittag rund um Haus Bachem. Im Innenhof und Garten des Bürgermeistersitzes sowie auf dem angrenzenden Areal hinter dem Sebastianus-Kreuz beteiligten sich rund 40 Aussteller am 18. Königswinterer Kunsthandwerkermarkt.

Kaum dass sie die Stufen vor dem über vier Meter hohen Kreuz überwunden hatten erfuhren die Marktbesucher, wie aus alten Silbergabeln und Silbermessern herrliche Schmuckstücke entstehen können. „Ich war 2007 zum ersten Mal hier in Königswinter“, erinnerte sich Sabine Neuefeind. Sie bot schräg gegenüber nicht nur wieder afrikanische Urseife mit naturreiner Karité- oder Sheabutter an, sondern auch afrikanische Sckmuckstücke und farbenprächtig kolorierte Tücher aus Baumwolle. „Die haben ursprünglich Niederländer aus Indonesien nach Afrika importiert, und dort kann man immer noch nicht mit Kunstfasern arbeiten“, informierte sie interessierte Besucher.

Während im Schatten des Kirchturms von Sankt Remigius eine Künstlerin Miniporträts in Postkartengröße anbot, hatte links von der Treppe, die zum Garten von Haus Bachem hinunterführt, die Kunstwerkstatt Hohenhonnef ihren Stand aufgebaut. Auf der anderen Seite watschelten Holzenten und Holzhühner die Stufen herab, deren Federkleid von unzähligen dünnen Trieben gebildet wurde. Hochglänzend poliert waren dagegen die Minimäuschen, die von riesigen Vögeln gierig beäugt wurden.

In der Mitte des Rundweges hatte die evangelische Frauengemeinschaft die Kuchentheke ihrer Cafeteria sowie fünf Tische unter einem breiten Pavillon aufgebaut. Dicke Wollknäuel umgaben ein Spinnrad, das neben dem Stand aufgebaut war, an dem dünne, farbenprächtige Schals aus Maulbeerseide mit eingearbeiteten Wollstücken leise im Wind wehten. Rustikaler, aber nicht weniger attraktiv waren die benachbarten Decken, Kissen und Taschen aus Patchwork. Kölsche Bilder – vor allem auch für Fans des 1. FC Köln – hatte Uli Westerberg mitgebracht. Das Maskottchen, Geißbock Hennes, betätigte sich als Prophet, indem er über dem „Dom zo Kölle“ nach dem Abstieg aus der Bundesliga verkündete: „Et kütt och widder Sunnesching!“ Natürlich durfte auch das „Kölsche Jrundjesetz“ an dieser Stelle nicht fehlen.

Kunsthandwerk für Haus und Garten

Lange Kräuterstecker, um Ordnung in den Garten zu bringen, hatte eine Keramikerin im Angebot. Ihre Kollegen Ruth und Uwe Weidenfeld ließen nicht nur kleine Hunde und Katzen, sondern auch Krokodile und anderes gefährliche Getier von den Henkeln ihrer Tassen blicken. Katja Lewe aus Winningen hatte bauchige Fische zu Wasserspeiern umfunktioniert. Nebenan hatte Peter Covaci aus Xanten Vögel oder auch witzige menschliche Köpfe aus Ton modelliert und sie gekonnt auf knorrigen Ästen oder Baumstämmen in Szene gesetzt.

Viele Gäste, die am Samstag und Sonntag über den Markt flanierten, hatten Zeit und Muße, sich nicht nur die Handarbeiten anzuschauen, sondern auch mit den Verkäufern ins Gespräch zu kommen. Wie zum Beispiel mit Marion Schole, die Interessantes über Wolle und deren Verarbeitung zu erzählen hatte, während unermüdlich ihr Spinnrad schnurrte. „Ich führe gerne vor Ort mein Handwerk vor“, sagte sie. In allen Farben des Regenbogens leuchteten die hauchdünnen Schals, die sie selbst gearbeitet hatte. Ursula Ohse aus Freiburg zeigte ihre feinen Hutkreationen.

Großen Raum beim Kunsthandwerkermarkt nahmen auch Accessoires für Haus und Garten ein. Mit der Töpferei Dietz aus Königswinter war natürlich auch der Lokalmatador mit von der Partie. Bei Keramikermeisterin Veronika Dietz, die seit dem ersten Kunsthandwerkermarkt der Stadt Königswinter der Veranstaltung die Treue hält, spielte natürlich der Drache als ein Wahrzeichen der Stadt eine Rolle.

Mit Veronika Dietz konnten Kinder auch an beiden Tagen auf der Wiese im Park einen eigenen Drachen töpfern. Am Sonntag malte dort auch die Künstlerin Christiane Brenneke mit den jüngsten Besuchern. Eine beliebte Anlaufstelle war natürlich auch die Cafeteria, in der die evangelischen und katholischen Frauen traditionell ihre begehrten Kuchenkreationen verkauften.