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Station der Voreifelbahn: Nächster Halt: Alfter-Impekoven

Station der Voreifelbahn : Nächster Halt: Alfter-Impekoven

Großer Bahnhof für die Bahn. Zahlreiche Anwohner, Politiker und Vertreter der beteiligten Verkehrsunternehmen waren gestern zur Eröffnung des Haltepunkts Alfter-Impekoven an der Strecke der Voreifelbahn gekommen.

Jahrelange Planung und zwei Jahre Bauzeit durch die Deutsche Bahn (DB) und die beauftragten Unternehmen waren vorausgegangen. Zu den Arbeiten gehörte aber nicht nur der Bau und die Inbetriebnahme der Station in der Nähe des Ahrwegs, sondern auch der neue Haltepunkt Bonn-Endenich Nord (siehe unten), der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Duisdorf und Witterschlick sowie Arbeiten an Bahnübergängen und dem elektronischen Stellwerk in Euskirchen.

"Heute geht ein Traum für viele Impekovener in Erfüllung", sagte Bürgermeister Rolf Schumacher. Zugleich betonte er die Wichtigkeit der Station für den Berufsverkehr. Von 10 000 Menschen aus Alfter, die versicherungspflichtig beschäftig seien, pendelten 90 Prozent täglich in die umliegenden Kommunen. Die ebenfalls geplanten Stellplätze für Autos und Fahrräder am Haltepunkt sollten bis zum Sommer entstehen, so Schumacher weiter. "Ich muss hier um etwas Geduld bitten", sagte er. Für die Bauarbeiten am Haltepunkt habe die Bahn die für die Parkplätze vorgesehenen Flächen benötigt, so Schumacher. Die Arbeiten für die Stellplätze sollen nun aber im Januar beginnen.

Martin Sigmund, Leiter des Regionalbereiches West von DB Station & Service, bezeichnete den neuen Haltepunkt in Impekoven als eine "Mobilitätsdrehscheibe". Er sei ein wichtiger Beitrag zur Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur. Zugleich forderte Sigmund weitere Investitionen in den Schienenverkehr. Michael Häßler, Leiter Vertrieb/Fahrplan der DB Netz AG in Nordrhein-Westfalen erinnerte an die vielen Dinge, die im Hintergrund ausgebaut worden seien, etwa die digitale Infrastruktur, die dafür sorge, dass Züge "schneller und komfortabler" fahren. Landrat Sebastian Schuster ergänzte, dass auch der linksrheinische Ausbau der Bahn zeige, wie gut der Kreis in Sachen Mobilität unterwegs sei.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), erinnerte daran, dass die Strecke zwischen Bonn und Euskirchen einst auf einer Negativliste gestanden habe. In den 1970er Jahren war die Stilllegung vorgesehen. "Das wäre ein Wahnsinn gewesen", sagte Reinkober. Schließlich steige das Fahrgastaufkommen jährlich um vier Prozent.

Nach eigenen Angaben hat die Bahn 16 Millionen Euro in den zweigleisigen Ausbau investiert. Neun Millionen Euro wurden wiederum in die Haltepunkte Alfter-Impekoven, Bonn-Endenich Nord sowie Bonn Helmholtzstraße und Rheinbach Römerkanal gesteckt. Letztere wurden bereits im vergangenen Jahr eröffnet. Die Kosten teilen sich nach DB-Angaben das Land, der NVR, Bund und Bahn.

Trotz der Inbetriebnahme des Haltepunkts sind die Arbeiten an der Station in Impekoven noch nicht abgeschlossen - so fehlen noch Sitzbänke und Abfalleimer. Laut Bernhard Christ, Leiter des Bahnhofsmanagements Bonn von der DB Station & Service AG, sollen diese bis Weihnachten aufgestellt werden. Dazu kämen noch zwei Vitrinen für Fahrpläne.

Zugleich hoffen die Verantwortlichen, eine weitere "Baustelle" Anfang 2015 abschließen zu können. Wie NVR-Sprecher Holger Klein sagte, seien von den 56 bestellten Fahrzeugen vom Typ Coradia Lint mittlerweile 52 da. Unter dem Namen Vareo verkehren die Fahrzeuge im Kölner Dieselnetz, zu dem neben der Voreifelbahn unter anderem die Regionalbahn 30 (Bonn - Ahrbrück) gehört. "Die Züge fahren mittlerweile auf allen Strecken", so Klein. Die vier Fahrzeuge, die noch fehlten, seien als Reserve eingeplant. Wie berichtet, sollten die Vareos bereits im Dezember 2013 zum Einsatz kommen. Da der Hersteller Alstom aber Mängel nachbessern musste, verzögerte sich die Auslieferung.

Haltepunkt Endenich Nord

Nicht nur in Alfter-Impekoven wurde gestern ein neuer Bahnhaltepunkt auf der Voreifelstrecke eröffnet. Auch die Station Bonn Endenich-Nord an der Straße "Auf dem Hügel" ging in Betrieb. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Haltepunkte Bonn Helmholtzstraße sowie Rheinbach Römerkanal eröffnet. Aufgrund der Vielzahl der Stationen entlang der Strecke fährt die Bahn seit gestern nicht mehr unter der Kennung RB 23, sondern unter S 23.

Publikation zur Strecke

Zur Eröffnung der Haltepunkte und des zweigleisigen Ausbaus der Voreifelstrecke ist eine Publikation über die Voreifelbahn erschienen. Auf 84 Seiten wird die Geschichte und Gegenwart der Strecke beleuchtet. Zu bekommen ist das Buch gegen eine Spende von zehn Euro an die Stiftung Bahnsozialwerk, die aktive und ehemalige Bahnbeschäftigte und deren Familien unterstützt. Kontakt: dbprojektbau-west@deutschebahn.com.