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"Unser Ort spielt Boule" des SV Menden: Alles dreht sich ums Schweinchen

"Unser Ort spielt Boule" des SV Menden : Alles dreht sich ums Schweinchen

41 Mannschaften hatten sich gestern zum zweiten Turnier "Unser Ort spielt Boule" im Rahmen der Sportwoche 2015 des SV Menden angemeldet, bei dem die neue Boule-Anlage mit zehn Spielfeldern eingeweiht wurde.

Die Ersten, die ihre Kugeln möglichst nah am "Schweinchen" (Zielkugel) zu platzieren suchten, waren Landrat Sebastian Schuster und Sankt Augustins Bürgermeister Klaus Schumacher. Das Stadtoberhaupt wird als Premierensieger in die Vereinschronik eingehen.

Die Eröffnung des neuen "Boulodromes" komplettiert das Konzept des "Nachhaltigen Treffpunktes Menden-Sieg-Arena" und schließt eine zehnjährige Planungs- und Bauphase ab. "Der Grundgedanke für die Planung, Realisierung und langfristige Unterhaltung einer solch vielseitigen Sportanlage lag darin, die Anlage von einer Fußballstätte zu einem nachhaltigen Treffpunkt für Mendener, Sankt Augustiner und viele andere Besucher zu entwickeln", erklärte Peter Fey, Projektverantwortlicher von der ersten Stunde an und Ehrenvorsitzender des Fördervereins, der vor zehn Jahren gegründet wurde.

Damals stand der SV Menden vor einer Notsituation, denn das alte Vereinsheim musste wegen Schimmelbefalls geschlossen und abgerissen werden. "Es entstand die Idee, von der Planung eines normalen Vereinsheimes, das nur von Fußballern genutzt wird, Abstand zu nehmen und etwas Neues und Zukunftsfähiges zu entwickeln" so Fey. Der Förderverein sieht die Gruppe der Boulespieler laut seiner Aussage als eine wichtige Säule für die zukünftige Finanzierung der Anlage.

Und auch die Vorsitzende des Fördervereins, Stefanie Jung, nannte Boule "das zweite Standbein des Vereins neben Fußball". Der Zuwachs Interessierter an dem Spiel sei groß, stellte Fey fest und zeigte sich überzeugt, dass der Fußball "als Kerngeschäft" durch das Boulespielen in mehrfacher Weise langfristig unterstützt werde. Beispielsweise durch die Inanspruchnahme des Vereinsheimes, das zusätzlichen Zulauf verzeichne.

Alle Boulespieler, derzeit 35, seien auch Mitglied des Fördervereins und unterstützten die Mannschaften des SV Menden und die Jugendabteilung durch entsprechende Beiträge und Spenden. Außerdem helfen sie der Jugendabteilung bei der Durchführung von Fußballcamps. Mittelfristig hofft der Förderverein, dass sich die Mitgliederzahl der aktiven Boulespieler verdoppeln wird. Die Baukosten für die Spielbahnen, die Platz für 40 bis 60 Spieler gleichzeitig bieten, belaufen sich auf 38 500 Euro und mussten vom Förderverein vollständig aus zweckgebundenen Spenden aufgebracht werden.

"35 000 Euro haben wir auch mit Hilfe einiger Sponsoren zusammen", verkündete Fey den Gästen am Sonntag, den Rest hoffe man während der Sportwoche und durch weitere Spenden bis zum 15. August generieren zu können. Der Umbau der Menden-Sieg-Arena hat von Oktober 2005 bis gestern gedauert. "Das Ziel, einen nachhaltigen Treffpunkt mit Mehrgenerationenhaus zu schaffen, ist erreicht worden" sagte Fey. Mit Fußball, Beach-Volleyball und Boule stünden ab sofort drei Sportangebote bereit. "Wir haben eine Anlage geschaffen, die in der Region ihresgleichen sucht", schloss Fey seine Rede und bedankte sich bei seinem Projektteam Werner Janßen und Willi Gerke für die Zusammenarbeit.

Kurz gefragt

Peter Fey (59), Leiter des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Sankt Augustin, ist seit 50 Jahren Mitglied im SV Menden. Er war federführend an der Planung und der Umsetzung der "Menden-Sieg-Arena" beteiligt. Mit ihm sprach Paul Kieras.

Was macht die Faszination des Boule aus?
Peter Fey: "Dass jeder ohne große Vorkenntnisse mit wechselnden Partnern einen entspannten Freizeitsport betreiben kann. Das gilt für die Generation 50 plus ebenso wie für junge Menschen."

Was muss man mitbringen?
Fey: "Die Ausrüstung besteht aus drei Kugeln. Die gibt es schon ab circa 35 Euro und sind eine einmalige Investition. Spezielle Sportbekleidung ist nicht erforderlich, da man normale Freizeitkleidung trägt."

Dürfen nur Vereinsmitglieder die Anlage nutzen?
Fey: "Nein, alle Interessenten aus Sankt Augustin und der näheren Umgebung sind willkommen. Wir wollen auch gezielt Schulen ansprechen und andere Vereine zum Boule einladen. Durch den Sport soll eine engere Verbindung unter den Ortsteilen stattfinden."