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Asklepios-Kinderklinikfest Sankt Augustin: Ein Wiedersehen bei der Premiere

Asklepios-Kinderklinikfest Sankt Augustin : Ein Wiedersehen bei der Premiere

Die erste Auflage des Asklepios-Kinderklinikfestes bot an diesem Sonntag die Chance für viele Begegnungen zwischen Patienten, Eltern und Mitarbeitern.

Blaue Luftballons ragen gen Himmel - so weit das Auge reicht. Dazwischen tauchen immer wieder junge Männer mit Lichtschwertern in Star-Wars-Kostümen auf, die, von Kindern umringt, angelacht und um ein gemeinsames Foto gebeten werden. Bei einer Zaubershow hat der Magier ein Mädchen nach vorne gebeten. Zuerst ist sie skeptisch, als vor ihren Augen der Zauberstab entzwei bricht. Doch als dann aus einem Ball in ihrer Hand wie von Geisterhand zwei werden, muss auch sie zusammen mit vielen jungen und älteren Zuschauern lachen.

Dass sie an diesem Sonntag hier auf dem Asklepios-Kinderklinikfest gut gelaunt zusammen mit vielen anderen Gästen stehen würde - wohl wissend, dass ihre Tochter geheilt ist - damit hätte Heike Priebe vor drei Jahren niemals gerechnet. 2011 kam ihre zwölfjährige Tochter mit der Diagnose Knochenkrebs nach Sankt Augustin in die Onkologie der Kinderklinik. "Der Zusammenhalt hier war wie in einer Familie. Wir haben andere Betroffene auf der "Silberinsel", einem großen Spielzimmer auf der onkologischen Station, kennengelernt und uns ausgetauscht", berichtet die Porzerin.

Die Freundschaft zwischen ihrer Tochter und einem anderen Mädchen, mit dem sie während des Klinikaufenthalts ein Zimmer teilte, hat heute noch Bestand. Regelmäßig treffen sich die beiden zum Reiten.

Austausch steht im Mittelpunkt

Der Austausch miteinander, das gegenseitige Kennenlernen und Wiedersehen waren für Pflegedienstleiterin Grace Kottmeier die entscheidenden Faktoren, das Kinderklinikfest in diesem Jahr das erste Mal zu veranstalten. Die entsprechende Einladung hatte eine ehemalige Patientin im Grundschulalter selbst gemalt und anschließend Kottmeier geschenkt.

Zu den 5000 geladenen Gästen zählten sowohl (ehemalige) Patienten als auch Mitarbeiter und deren Familien. "Unsere ehemaligen Patienten und Mitarbeiter sehen sich meist nur dann wieder, wenn sich der gesundheitliche Zustand der Kinder schlecht entwickelt. Mit diesem Fest schaffen wir eine andere Atmosphäre", erklärte die Pflegedienstleiterin.

Für ein Wiedersehen mit Freunden und Bekannten außerhalb der Krankenhausräumlichkeiten nahmen viele auch Fahrtzeiten von bis zu einer Stunde auf sich. Unter ihnen auch eine Mutter aus dem Rhein-Erft-Kreis, die mit ihrer Tochter anreiste.

Als sie in der 24. Schwangerschaftswoche die Diagnose erhielt, dass ihre Tochter mit einem hypoplastischen Linksherzsyndrom geboren wird, begann sie direkt, sich online Informationen darüber zu besorgen, was ein Herzfehler bedeutet. "Bei der Suche stieß ich auf den Verein 'Hypoplastische Herzen Deutschland' und lernte die Vorsitzende Birgit Höveler kennen, die mir auch nach unserem Aufenthalt in der Klinik bei der Nachbetreuung half", so die Mutter.

Der Kontakt zum Verein und seiner Vorsitzenden ist ihr bis heute sehr wichtig. "Sobald ich mir mit etwas unsicher bin, kann ich Frau Höveler jederzeit anrufen. Sie steht mir dann mit ihrem fachlichen Rat zur Seite." Ihrer Tochter geht es heute gut. Zur Kontrolle nehmen Mutter und Tochter trotzdem noch gern freiwillig den Weg in die Sankt Augustiner Klinik auf sich.