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Haltestelle der Linie 18 in Dersdorf: Umweltschützer rechnen mit Parkchaos

Haltestelle der Linie 18 in Dersdorf : Umweltschützer rechnen mit Parkchaos

Der Bornheimer Verein kritisiert Pläne für Haltestellen-Umbau der Linie 18 in Dersdorf. Dagegen weist die zuständige Häfen und Güterverkehr Köln Befürchtungen zurück.

Viele Dersdorfer werden sich im vergangenen Mai über die Nachricht gefreut haben. Damals war bekannt geworden, dass die Haltestelle der Linie 18 im Ort barrierefrei werden soll. Bei dem Haltepunkt handelt es sich um einen Bahnsteig in Hochlage, den sich die Stadtbahnen nach Bonn und Köln teilen. Aktuell führt dorthin nur eine steile Treppe. Zwar bieten zwei eingebaute Betonstreifen die Möglichkeit, Fahrräder, Kinderwagen oder Rollstühle hochzuschieben, von einer Barrierefreiheit kann aber keine Rede sein.

Verantwortlich für den Umbau ist die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), die das Netz der Linie zwischen Hürth und Alfter betreibt – ebenso wie das Netz der Stadtbahnlinie 16 zwischen Köln-Rodenkirchen und Hersel. Nun gibt es allerdings Kritik vom Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) an den Plänen der HGK zur Einrichtung der Baustelle.

Der LSV ist Mitglied im Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises. Bereits im April 2016 erteilte der Beirat sein Okay zur erforderlichen Befreiung von den Verbotsvorschriften des Landschaftsplanes Bornheim. In diesem Fall habe die Barrierefreiheit Vorrang vor dem Naturschutz, hieß es damals. Allerdings stellte der Beirat seine Zustimmung unter den Vorbehalt, dass ausreichend Parkplätze für die Pendler während der Bauphase vorzuhalten seien, um wildem Parken vorzubeugen. „Trotz Zusage, diese Problematik zu prüfen, fehlten entsprechende Aussagen auch in den aktuellen Planungsunterlagen“, sagt der LSV-Vorsitzende Michael Pacyna.

Auf Anfrage des General-Anzeigers sagt wiederum HGK-Sprecher Michael Fuchs: „Auch während der Bauphase werden Pendler einen großen Teil der Park-and-ride-Anlage in Dersdorf als Parkplatz nutzen können.“ Seinen weiteren Angaben zufolge fallen nur im hinteren Bereich der Anlage während der Arbeiten Stellplätze weg. Die Flächen würden benötigt, um Material zu lagern und Baufahrzeuge abzustellen, so Fuchs. Und: „Wir gehen aber davon aus, dass auch während der Bauzeit in ausreichendem Umfang Stellplätze für Pendler zur Verfügung stehen. Um wildes Parken in der angrenzenden Landschaft zu verhindern, sind dort Absperrmaßnahmen vorgesehen.“

Der LSV hält dagegen. Nach eigenen Angaben hat sich der Verein die Situation an drei Tagen vor Ort angesehen. An allen Tagen sei die Park-and-ride-Anlage nahezu vollständig mit Autos und Fahrrädern belegt gewesen, heißt es vom LSV. Das habe man auch der zuständigen Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Zudem kritisiert der Verein, dass die HGK immer noch nicht mitgeteilt habe, wie viele der 35 Stellplätze sie konkret in Anspruch nehmen will. Weiter bezweifelt der LSV, dass eine Sperrung von Wegen, deren freie Befahrbarkeit zur Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen notwendig sei, durchführbar ist. Dazu Pacyna: „Notfalls sollten provisorische Stellplätze für die Bauzeit eingerichtet oder die Baustellen-Einrichtungsfläche von der Park-and-ride-Anlage verlegt werden.“

Wie HGK-Sprecher Fuchs sagt, sei für den barrierefreien Ausbau bei der Bezirksregierung Köln mittlerweile eine Genehmigung beantragt worden: „Sobald diese vorliegt, werden die Arbeiten ausgeschrieben. Die HGK geht davon aus, dass die Ausschreibung im dritten Quartal 2017 erfolgt und der Bau noch in diesem Jahr beginnen kann.“ Die eigentlichen Bauarbeiten sollen rund sechs Monate dauern.