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Wohnungsnot in Bonn: Ratsmehrheit will 30-Prozent-Quote für sozialen Wohnungsbau einführen

Wohnungsnot in Bonn : Ratsmehrheit will 30-Prozent-Quote für sozialen Wohnungsbau einführen

Die Jamaika-Koalition hat dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Bonn den Kampf angesagt. Dazu soll in der Ratssitzung Ende März ein gemeinsamer Antrag beschlossen werden.

Die Jamaika-Koalition will bei allen künftigen Bauvorhaben ab 25 Wohnungen oder 2200 Quadratmetern Wohnfläche eine Quote von 30 Prozent für öffentlich geförderten Wohnungsbau einführen. Ein gemeinsamer Antrag dazu soll in der Ratssitzung am 30. März beschlossen werden.

Am Mittwochmittag stellten Vertreter von CDU, Grünen und FDP im Alten Rathaus die Eckpunkte ihres Änderungsantrages vor. Wie berichtet, haben die Linken bereits seit längerem gefordert, schon ab acht Wohneinheiten eine Quote von mindestens 30 Prozent für geförderte Wohnungen mit Belegungsrecht festzulegen.

Doch der Ratsmehrheit geht es nicht allein um sozialen Wohnungsbau, wie Bert Moll (CDU) betonte. "Es geht uns vor allem um eine ausreichende Wohnraumversorgung und dabei vor allem auch um bezahlbare Wohnungen", sagte er. "Allein mit sozialen Parolen kommen wir da nicht weiter."

Deshalb will Jamaika außerdem durchsetzen, dass zusätzlich 20 Prozent Wohneinheiten errichtet werden, die für Personen erschwinglich sind, deren Einkommen knapp über der Grenze für einen Wohnberechtigungsschein liegen. Die Mieten für diese Wohnungen sollen in jedem Fall unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen.

Die Festlegungen können allerdings nur bei Grundstücken zum Tragen kommen, für die neues Planungsrecht geschaffen werden muss oder die in städtischer Hand sind. Wie viel Hektar Land in Bonn darunter fallen, können die Koalitionäre nicht sagen. "Insgesamt stehen in Bonn noch 127 Hektar Bauland für Wohnungen zur Verfügung", weiß Bert Moll. Für den tatsächlichen Wohnungsbedarf in der Bundesstadt wären den Experten zufolge aber 600 Hektar erforderlich.

"Wir werden also in Bonn allenfalls noch 6000 Wohnungen neu erreichten können", so Moll. Die Stadt brauche deshalb die interkommunale Kooperation mit den angrenzenden Gebietskörperschaften und zeitnah die konkrete Abstimmung über die Entwicklung von Siedlungsflächen, ist er sich mit Hartwig Lohmeyer (Grüne) und Werner Hümmrich (FDP) einig.