Ernst-Moritz-Arndt-Haus Darstellungen von Burgen und Schlössern im Arndt-Haus

BONN · Im Jahre 1814 formulierte Ernst Moritz Arndt die kernigen Worte vom "Rhein, Teutschlands Strom, nicht aber Teutschlands Grenze". So ist es überaus sinnfällig, dass das Stadtmuseum Bonn seine neue Ausstellung "Bildschön und sagenhaft - Rheinburgen im 19. Jahrhundert" im Ernst-Moritz-Arndt-Haus eingerichtet hat.

Geht es hier zwar in erster Linie um die künstlerischen Produkte der Rheinromantik, so war dieser letztlich langlebigen Strömung eben doch eine durch und durch patriotische Haltung vorausgegangen. Schon 1803 hatte Friedrich Schlegel, der Romantiker schlechthin, vom "königlichen Strom" geschwärmt und gefolgert: " ... so ist er das nur zu treue Bild unseres Vaterlandes, unserer Geschichte und unseres Charakters."

Darum wird es kaum verwundern, dass nicht nur die Künstler, die in- und ausländischen Touristen, sondern auch die preußischen Prinzen ihr Herz für die Rheinlandschaft und insbesondere die Burgen und Ruinen entdeckten, nachdem die Franzosen aus den rheinischen Provinzen abgezogen waren.

Etliche kamen in ihren Besitz. Allerdings konzentriert sich die Ausstellung im Wesentlichen auf Schauplätze in unserem Umfeld: die Godesberg sowie Drachenfels, Insel Grafenwerth und Rolandsbogen, wie sie etwa Jacob Diezler gesehen hat. Ein anonymer Maler hat zu Anfang des 19. Jahrhunderts den Drachenfels zum steilen Hochgebirge stilisiert, vor dem ein winziges Schiff in den Wellen tanzt. Trotz erkennbarer Topographie hat er sich also eine malerische Freiheit aus dem Geist der Romantik erlaubt.

Vielleicht wollte er auch auf die Sage von der tragischen Liebe des Ritters Roland zu Hildegunde anspielen. Auf einem Stahlstich der "Sammlung von Rhein-Sagen" taucht die Unglückliche dann leibhaftig in pathetischer Pose auf. Einige Maler haben den Himmel über dem Rhein golden verklärt. Berge und Strom geraten zur gefühlvollen Sehnsuchtslandschaft einer großen und heroischen Vergangenheit.

Von Caspar Scheuren, der mit seinen in Arabesken gerahmten Ansichten prominent vertreten ist, stammt die offenbar sehr beliebte "Lustige Rheinfahrt", im Original und in eigenhändiger Wiederholung. Die Lithographie "Bonn - Plan und die vorzüglichen Sehenswürdigkeiten", selbstredend inklusive Burgen, die meterlangen kolorierten Rheinlaufkarten sowie Teller und Tassen mit Rhein-Panoramen bezeugen den lebhaften Souvenirhandel des 19. Jahrhunderts.

Kuriose Belege für den nostalgischen Umgang mit der sagenumwobenen Burgenzeit sind historisierende Bauten wie die Kessenicher Rosenburg. Dem Besucher, der das schöne Thema über den heimischen Bereich hinaus auf Burgen des Mittelrheins erweitern möchte, ist die Ausstellung "Sagen und Burgen am Rhein" in Königswinter empfohlen.

Ernst-Moritz-Arndt-Haus bis 6. Juni; Mi bis Sa 13 bis 17, So 11.30 bis 17 Uhr