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Festival „Acht Brücken“ im April: In Köln trifft Musik auf Graphic Novel

Festival „Acht Brücken“ im April : In Köln trifft Musik auf Graphic Novel

Philharmonie-Chef Louwrens Langevoort stellt das Programm des Kölner Musikfestivals „Acht Brücken“ vor. Vorgesehen sind Konzerte in der Philharmonie und vielen nderen Orten der Stadt. Stockhausen-Aufführung im Stadion,

„Crrrrk“, „Shhhh“, „Pling“ liest man auf der Titelseite der neuen Broschüre zu Kölns Musikfestival „Acht Brücken“. Womit auch das Thema der diesjährigen 11. Ausgabe schon ganz gut umrissen ist: Es geht in diesem Jahr um die Verbindung von Comics, Graphic Novels, Animationsfilmen und zeitgenössischer Musik und ihre Wechselwirkungen, wie Festivalchef und Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort bei der Programmvorstellung in Köln erläuterte. Das Thema „Kosmos - Comics“ will er ausdrücklich nicht als Köder für eine jugendliche Zielgruppe verstanden wissen. „Es ist nicht so, dass ich denke, jetzt endlich mal etwas für ein jüngeres Publikum zu haben“, sagte Langevoort in der Zoom-Konferenz. Es sei jeder willkommen, der neugierig sei und nachdenken könne.

Afrodeutsche legt auf

Das Angebot des Festivals ist in der Tat überaus vielschichtig und reicht von Uraufführungen neuer Musik von Gordon Kampe oder Peter Eötvös bis hin zu Jazzklängen vom Klaeng Jazzkollektiv Köln und zu Club-Musik mit der britisch-ghanaisch-deutsch-russischen Künstlerin Henrietta Smith-Rolla, die sich bei ihren Auftritten als DJ kurz „Afrodeutsche“ nennt. Der Frage nach Schnittstellen und Wechselwirkungen gehen sie in Köln mit der Musik zahlreicher Komponistinnen und Komponisten auf den Grund, darunter Richard Ayres, Gordon Kampe, Fausto Romitelli, Jennifer Walshe, Unsuk Chin und Frank Zappa. Wie immer erklingt sie nicht ausschließlich in der Philharmonie, sondern erstreckt sich mit 18 verschiedenen Spielorten über die ganze Stadt. Selbst das Rheinenergie-Stadion ist dabei. Dort soll am 4. Juni endlich Karlheinz Stockhausens Stück „Sternenklang“ aufgeführt werden, das im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise auf Eis gelegt werden musste.

Es ist nicht das einzige Stück, das nach 2021 herübergerettet werden sollte. Einige Projekte hätten ab dem 17. März gleichsam als Ouvertüre zum Festival aufgeführt werden sollen. „Jetzt habe ich gerade gehört, dass wir bis April keine Konzerte machen können“, bedauerte Langevoort und verwies auf die Festival-Homepage (achtbruecken.de), die ständig über weitere Änderungen informiert. 

Optimistischer Blick auf den April

Von der avisierten Aufhebung des Veranstaltungsverbots bis zum Festival, das vom 30. April bis zum 9. Mai terminiert ist, bleibt noch ein ganzer Monat als Zeitpuffer. Langevoort gibt sich da ganz optimistisch, die Konzerte des von der Stadt Köln, dem Land Nordrhein-Westfalen, dem WDR und privaten Förderern und Sponsoren unterstützten Festivals wie geplant anbieten zu können.

Nach dem Festivalauftakt am 30. April mit Afrodeutscher und Viola Klein folgt am 1. Mai bei freiem Eintritt der traditionelle Acht-Brücken-Freihafen mit einer Ausstellung von Künstlerinnen und Künstlern der Kunsthochschule für Medien Köln. Den Startschuss in der Philharmonie übernimmt das ensemble ascolta mit der irischen Avantgarde-Komponistin und Multimedia-Künstlerin Jennifer Walshe. Höhepunkte des weiteren Festivals sind die „Drei Aphorismen von Heinrich Heine“, die der mit Köln eng verbundene Komponist Peter Eötvös für den WDR Rundfunkchor komponiert hat. „Ich denke ich habe es geschafft, ähnlich lustige Musik zu schreiben“, sagte Eötvös in einem Videozuspieler, nachdem er die drei Heine-Aphorismen rezitiert hatte. 

Beatles-Hommage von Django Bates

Mehrfach mit neuen Stücken vertreten ist der Brite Richard Ayres. In der Philharmonie führt das Ensemble Musikfabrik sein Werk „Strand“ auf, für das es den Animationsfilmer Paul Barritt als Partner gefunden hat. Am selben Abend erklingen außerdem Uraufführungen von Anthony Cheung und Nina Senk, die jeweils Filmmusiken zum kanadischenStummfilm „Stump the Guesser“ von Guy Maddin, Evan und Galen Johnson geschrieben haben. Ebenfalls mehrfach vertreten ist der deutsche Komponist Gordon Kampe, von dem unter anderem die Graphic Novel „Ernst Busch - Der letzte Prolet“ in eine Comic-Oper verwandelt wurde, die in Köln mit Jochen Voit, Sophia Hirsch, Justin Caulley und dem ensemble ascolta zu erleben sein wird.

Obwohl aus dem Programm des vergangenen Jahres, fügt sich ein Konzert ganz besonders hübsch in die bunte Welt der Comics ein: Django Bates’ Beatles-Hommage „Saluting Sgt. Pepper“, wobei die hr-Bigband die Rolle der „Lonely Hearts Club Band“ übernimmt.