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Stau in NRW zum Start der Sommerferien: Hier sind die Autobahnen besonders voll

Stau : Volle Autobahnen zum Start der Sommerferien in NRW erwartet

Zum Start der Sommerferien könnte es auf den Autobahnen in NRW wieder sehr voll werden - auch weil viele Deutsche aufgrund der Pandemie Urlaub im Inland machen. Auf diesen Straßen rechnen die Verkehrsexperten mit besonders viel Stau.

Zum Beginn der Sommerferien in NRW rechnet der ADAC für kommendes Wochenende mit vollen Autobahnen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Corona-Pandemie würden demnach viele Sommerurlauber auf das Auto als Transportmittel zurückgreifen. Dazu trägt auch bei, dass viele deutsche Urlauber die Ferien aufgrund der Pandemie lieber im Inland verbringen, als eine Auslandsreise anzutreten. „Wir erwarten wegen der Corona-Krise weniger Auslandsreisen per Flugzeug und dafür mehr Urlaub mit dem Auto in Deutschland und den Nachbarländern“, lautet die Einschätzung des Verkehrsexperten Roman Suthold vom ADAC Nordrhein.

Die höchste Staugefahr für Nordrhein-Westfalen sieht der Automobil-Club demnach am Freitag zwischen 13 und 20 Uhr, am Samstag zwischen 11 und 18 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 20 Uhr. Vor allem auf den Autobahnen in Richtung Nord- und Ostseeküste und in Richtung Süden sollten Autofahrer mehr Zeit einplanen - oder falls möglich einen anderen Reisetag einplanen, wie etwa Montag oder Dienstag.

Die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf sind auch nach einem erwarteten Anstieg in den Sommerferien weit von ihren Normalzahlen entfernt. Düsseldorf rechne in den Ferien wegen der Corona-Pandemie nur mit rund einem Drittel des üblichen Verkehrsaufkommens, sagte der Düsseldorfer Flughafenchef Thomas Schnalke.

Die Zahl der Abflüge werde von derzeit 40 voraussichtlich im Laufe des Ferienmonats Juli auf rund 150 am Tag steigen, erklärte der Flughafen Düsseldorf am Dienstag. In diesem Jahr sei die Vorfreude besonders groß. „Endlich geht es wieder los“, sagte Schnalke.

Am Airport Köln/Bonn sollen in den Ferien bis zu 150 Flüge pro Tag starten und landen - weniger als die Hälfte als vor genau einem Jahr, wie der Flughafen mitteilte. Dennoch rechnet auch Köln/Bonn mit mehr Flügen als zuvor - „die Wiederaufnahme beginnt im Juni zunächst im kleinen Rahmen, bereits im Juli rechnen wir dann sukzessive mit mehr Betrieb“, sagte Köln/Bonn-Flughafenchef Johan Vanneste laut einer Mitteilung. „Wir freuen uns über jede Maschine, die über unser Vorfeld rollt.“ Derzeit seien wöchentlich rund 250 Flüge geplant (Starts und Landungen).

Der Landesbetrieb Straßen NRW hält eine verlässliche Prognose für die Situation auf den Straßen aufgrund der Pandemie zwar für schwierig: Ob sich mehr Menschen im eigenen Auto auf den Weg in den Urlaub machen oder lieber zu Hause bleiben, lasse sich nicht abschätzen. Trotzdem gehen auch hier die Mitarbeiter von mehr Verkehr und Stau aus, insbesondere am Freitag. Am Sonntag sehen sie dann aber eine deutlich entspanntere Verkehrslage voraus. Damit der Reiseverkehr möglichst ungestört rollen kann, sieht der Landesbetrieb von kurzfristigen Baustellen an den Reisetagen ab.

Besonders kritisch kann es erneut auf der A1 werden, insbesondere in den Bereichen um Dortmund/Unna, Osnabrück und Bremen. Dort könne es zum Teil erhebliche Staus geben. Auch auf der A3 sei die Staugefahr groß, besonders im Abschnitt zwischen Köln und Oberhausen in beiden Fahrtrichtungen, ab dem Ruhrgebiet in Richtung Niederlande sowie grundsätzlich in südlicher Richtung. Autofahrer sollten zudem beachten, dass die A61 für acht Wochen voll gesperrt ist. Auf der A61 und der A565 im Bereich Meckenheim kann es zudem ein erhöhtes Verkehrsaufkommen geben.

Ebenfalls vollgesperrt wird die A43 zwischen Recklinghausen-Herten und dem AK Recklinghausen vom 30. Juli bis zum 3. August in Fahrtrichtung Wuppertal sowie in Fahrtrichtung Münster vom 6. bis zum 10. August.

Hier ist die Staugefahr in NRW am höchsten

  • A1 Köln – Dortmund – Osnabrück – Bremen
  • A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover
  • A3 Emmerich – Oberhausen – Köln – Frankfurt
  • A31 Bottrop – Ochtrup – Emden
  • A33 im Bereich Paderborn
  • A40 Dortmund – Essen – Duisburg – Straelen
  • A43 im Raum Bochum/Recklinghausen
  • A44 im Bereich Unna/Werl
  • A52 muss im Bereich Düsseldorf/Mönchengladbach
  • A57 Köln – Krefeld – Kleve
  • A61 Nettetal – Mönchengladbach – Koblenz
  • A565 im Bereich Meckenheim
  • A1/A3/A4/ A57 im Großraum Köln

Im Vergleich zu 2019 rechnet der ADAC aber mit weniger Verkehr auf den Autobahnen. Das Übernachtungsangebot in den Touristenregionen sei begrentzt und viele Deutsche würden auf einen längern Sommerurlaub in diesem Jahr zugunsten von Tagesausflügen und Kurztrips verzichten. Im vergangenen Jahr zählten die Stauexperten an sieben Ferienwochenenden 7466 Staumeldungen mit einer Gesamt-Länge von 13.750 Kilometern. Besonders voll waren die Autobahnen am zweiten Ferienwochenende mit knapp 2200 Kilometer Stau. Besonders stark betroffen waren die A1 mit insgesamt 3436 Kilometer Stau sowie die A3 mit 2450 Kilometer.

Staugefahr auf bundesweiten Autobahnen

Auch abseits von NRW wird es auf den Straßen voraussichtlich voll. Neben Nordrhein-Westfalen beginnen auch in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein die Ferien. Die höchste Staugefahr in den Sommerferien besteht hier:

  • Fernstraßen zur Nord- und Ostsee
  • Großräume Berlin, Hamburg und Köln
  • A 1 Bremen – Hamburg – Puttgarden
  • A 2 Dortmund – Hannover – Berlin
  • A 3 Köln – Frankfurt – Nürnberg
  • A 5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A 6 Metz/Saarbrücken – Kaiserslautern – Mannheim
  • A 7 Hamburg – Flensburg
  • A 7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
  • A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A 9 Berlin – Nürnberg – München
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berlin – Dreieck Uckermark
  • A 24 Berlin – Hamburg
  • A 61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
  • A 93 Inntaldreieck – Kufstein
  • A 95/B 2 München – Garmisch-Partenkirchen
  • A 99 Umfahrung München

Engpässe bei der Fahrt ins Ausland

Geduld mitbringen sollten Autofahrer auch bei der Fahrt in die Nachbarländer. Zu den Problemstrecken zählen laut ADAC die Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, kroatischen und französischen Küsten. An den Grenzen zu Dänemark sowie bei der Einreise von Slowenien nach Kroatien kann es Wartezeiten durch intensive Personenkontrollen geben.