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Altstadt von Ahrweiler: ADFC fordert Fahrradabstellplätze für Touristen

Altstadt von Ahrweiler : ADFC fordert Fahrradabstellplätze für Touristen

Wie bringt man Touristen dazu, ihre Fahrräder außerhalb der Ahrweiler Altstadt abzustellen? Der ADFC hat jetzt eine Idee vorgelegt.

Jüngst hatte der Ahrweiler Ortsverband der CDU bewachte Fahrradparkplätze gefordert, um vor allem die vielen radelnden Tagestouristen, die die mitunter enge Ahrweiler Altstadt besuchen, zu bewegen, ihr Zweirad sicher am Rand der Stadtmauern zu parken. Beratungen im Bau- und Planungsausschuss zu diesem Thema führten zu keinem Ergebnis. Der Verwaltung sind bewachte Radlerparkplätze zu kostspielig, gegen den Vorschlag aus dem Rathaus, Abstellplätze am Blankartshof einzurichten, sprechen die dortigen zahlreichen Festivitäten und gastronomischen Nutzungen.

Das Thema wurde zur weiteren Beratung an den Ahrweiler Ortsbeirat zurückverwiesen, zudem bemühte man sich um eine Stellungnahme des neu gegründeten Ortsvereins des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die nun vorliegt. Der ADFC übermittelt der Verwaltung eine 45-seitige Stellungnahme unter der Überschrift „Einstellen. Abstellen. Sicher!“. Der Argumentation der Verwaltung, „Sicherheit zuerst, dann die Optik – bitte keinen Bauzaun in der Stadt“ verbunden mit der Sorge um Folgekosten bei neuen Projekten kann sich der ADFC anschließen. Das gelte vor allem für den Personalaufwand bei bewachten Flächen, selbst bei 450-Euro-Minijobs.

Wunsch nach verschließbarer Anlage mit App-Anbindung

Die Lösung könnte in einer verschließbaren Abstellanlage liegen, die in Design und Funktion überzeugt. Sicherheit bietet eine automatische Türlösung mit Zugangskontrolle und Reservierung über eine App. Eine installierte Photovoltaikanlage sorgt für Strom, der die Ladestationen und das über Bewegungsmelder aktivierte Lichtmanagement speist. So könnte zur Landesgartenschau 2022 eine klimaneutrale Fahrrad-Abstellanlage eröffnet werden.

Grundlage für die Überlegungen des ADFC-Ortsvereins ist eine vom Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz geförderte Lösung der Firma Kienzler Stadtmobiliar aus Hausach im Schwarzwald. Hier wurden zwei Systeme entwickelt, die derzeit schon an 14 Orten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eingesetzt werden, der die Einführung digital gesteuerter Fahrradabstellanlagen vorantreibt. Die Anlagen mit modernen elektronischen Zugangssystemen ermöglichen eine Vorabreservierung und einen unkomplizierten Zugang mit Chipkarte oder Pin-Code. Hier steht das Fahrrad witterungsgeschützt, bewacht und sicher. Unter der Internetseite dein-radschloss.de werden die Lösungen mit Einzelboxen oder Sammelabstellanlagen angeboten.

Gedanken über Stellplätze solcher Anlagen hat sich der ADFC-Ortsverein ebenfalls gemacht. Diese könnten außerhalb der Stadtmauer, sichtbar und mit Besucherfrequenz sein. Eignen würden sich die Parkplätze am Ahrtor, am Niedertor oder am Durchbruch zur Plätzerstraße. Die Fläche hinter der Feuerwehr, die von der Verwaltung ebenfalls ins Gespräch gebracht wurde, erfüllt nach ADFC-Ansicht die weichen Faktoren von Sicherheit für Rad und Radler nicht. Was in den Augen der Betrachter für eine Position nahe der Stadtmauer ebenfalls wohl kaum zur Umsetzung kommen dürfte, sind die recht bunt gestalteten Anlagen von Mein-Radschloss. Hier wäre eine dezentere Anlage passender, findet der ADFC.