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Reporterkind bei „1, 2 oder 3“: Remagenerin interviewt Badminton-Star in TV-Sendung

Reporterkind bei „1, 2 oder 3“ : Remagenerin interviewt Badminton-Star in TV-Sendung

Die 13-jährige Mila Schlepp ist Rheinlandmeisterin 2017 im Badminton und hat es jetzt ins Fernsehen geschafft. Am Samstag ist die Kripperin in der Sendung „1, 2 oder 3“ im ZDF zu sehen und interviewt Badminton-Star Valeska Knoblauch.

Die vielen Auszeichnungen in ihrem Zimmer bezeugen es: Mila Schlepp hat es in ihrem Sport schon weit gebracht. Wenn auch noch nicht zu den Olympischen Spielen. Aber die 13-jährige Rheinlandmeisterin 2017 im Badminton hat es jetzt ins Fernsehen geschafft.

Am Samstag ist die Kripperin in der Sendung „1, 2 oder 3“ mit dem Thema „Neues bei Olympia und den Paralympics“ zu sehen. Sowohl in Aktion mit dem Schläger als auch in für sie ganz neuer Rolle als „Reporterkind“. Als solches hat die Schülerin der Integrierten Gesamtschule Remagen (IGS) auch eines ihrer Vorbilder interviewt: Valeska Knoblauch, 29-jährige gebürtige Bonnerin, WM-Dritte im Mixed und Europameisterin im Einzel im Parabadminton, der Badminton-Variante für Menschen mit Behinderungen.

„Das war sehr aufregend, obwohl ich mich eigentlich nicht mal dafür beworben habe“, erzählt Mila, die Badminton „über alles liebt“. Bereits als Dreijährige hat sie damit angefangen und zahlreiche Erfolge mit dem Badminton Club Remagen gefeiert, bevor sie im vergangenen Jahr zum 1. Badminton Club Beuel nach Bonn gewechselt ist.

Das 13-jährige TV-Reporterkind Mila Schlepp tritt am Samstag im ZDF in Aktion und interviewt ihr sportliches Vorbild Valeska Knoblauch für die Kindersendung „1,2 oder 3“. Foto: Martin Gausmann

An diesen Verein haben sich auch die Zuständigen von „1, 2 oder 3“ gewendet, als sie ein kompetentes Kind für die Begegnung mit Valeska Knoblauch suchten. Parabadminton wäre nämlich in diesem Jahr erstmals paralympische Disziplin gewesen, wären die Sommerspiele nicht wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben worden.

„Erst habe ich kurz überlegt, aber eigentlich wusste ich direkt, dass ich Reporterkind sein will, weil man so was ja nicht immer erleben kann“, sagt Mila. „Wie oft trainierst du in der Woche für die Paralympics? Wie machst du das mit dem Schläger in der Hand und gleichzeitig dem Rollstuhl?“ – Das sind nur zwei der Fragen, die die Kripperin der Profisportlerin gestellt hat. Dank Milas Reportertätigkeit erfahren die Zuschauer zudem, warum die großen Reifen am Sportrollstuhl schräg sind und welche Funktion die kleinen Zusatzräder haben.

Vor den Dreharbeiten habe sie von den Fernsehleuten ein Script für ihren Auftritt bekommen, „aber ich konnte auch noch selbst was dazu machen“. Vor allem hat Mila aber erst mal ein paar lange und schwierige Wörter gestrichen und durch leichtere ersetzt, damit sie sich nicht verhaspelt.

Dreh bereits im Februar an der Sporthochschule Köln

Richtig Spaß gemacht hat ihr der Ballwechsel mit Knoblauch und das Fachsimpeln über ihren Sport, auch vor und nachdem die Kameras liefen. „Sie hat mir Tipps gegeben, wie ich meine Handbewegungen noch verbessern kann und so mehr Kraft reinkriege“, sagt Mila. Ziemlich beeindruckt ist sie davon, wie hart Knoblauch arbeitet, die querschnittsgelähmt ist, seit sie im Alter von 14 Jahren in der Schule aus dem Fenster gefallen ist. Außerdem hat sich Mila erstmals in ihrem Leben in einen Rollstuhl gesetzt und so auch gegen die Europameisterin Basketball gespielt. „Das war total anstrengend.“

Gedreht wurde das Aufeinandertreffen der beiden Sportlerinnen bereits im Februar in einer Halle an der Sporthochschule Köln. Dorthin ist ihr Vater mit Mila gefahren. An dessen Seite hat sie auch bei der Aufzeichnung des Quiz gesessen, bei dem drei Länderteams aus je drei Kindern gegeneinander antraten, „und wir wurden auch eigens von Moderator Elton und Maskottchen Piet Flosse begrüßt“.

Die Quiz-Kinder mussten auch eine der Fragen beantworten, die Mila gestellt hat. Und die 13-Jährige hat in der Show mit Studiogast und Kletterin Jessica Pilz auch noch eine Sportlerin kennengelernt, die eigentlich dieses Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio angetreten wäre.

Mila bleibt aber definitiv beim Badminton und freut sich auch, wenn wieder Turniere abgehalten werden. Und statt Reporterin könnte sie sich eher vorstellen, Physiotherapeutin zu werden, aber „erst mal sehen, wie es mit dem Badminton weitergeht“. Mit ihrer Performance im Fernsehen ist sie nach einem Vorab-Einblick „ganz zufrieden“, weil sie es geschafft hat, „nicht zu doll mit den Händen zu fuchteln“. Genau wird auch sie sich das aber am Samstag, 27. Juni, ab 7.55 Uhr im ZDF nochmal anschauen.