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Übung der Wachtberger Feuerwehr: Nach 30 Minuten alles im Griff

Übung der Wachtberger Feuerwehr : Nach 30 Minuten alles im Griff

Gebraucht wird die Feuerwehr in den schwierigsten Situationen, was für die Wehrleute eine Herausforderung ist. Angenommen, es brennt bei der Theaterprobe in einer Dorfschule, bei der viele Jugendliche auf der Bühne stehen, dann muss die Zusammenarbeit der Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter hundertprozentig stimmen. Genau deshalb hatte sich Markus von Wirtz, stellvertretender Leiter der Wachtberger Feuerwehr, zusammen mit dem DRK dieses Szenario für eine Übung am Freitagabend ausgedacht. Ort des Geschehens: die Grundschule am Wald in Adendorf.

Um 18.30 Uhr läuft bei den (fast) nichtsahnenden Mitgliedern der Löschgruppen Arzdorf, Adendorf und Berkum der Alarm auf: "Feuer 3, Menschenleben in Gefahr". Was Übungsleiter von Wirz freute: Nur Minuten später trafen bereits die ersten Kräfte ein.

Dort erwartete Einsatzleiter Jörg Nolden eine unübersichtliche Situation: Qualm, der aus den Lüftungsschächten drang, und Hilfeschreie. Nachdem ein Erkundungstrupp aus dem völlig verrauchten Keller zurück war, half auch Hausmeister Manfred Gerber dem Einsatzleiter, einen Überblick über die Lage zu bekommen. Im Untergeschoss war es bei einer Generalprobe zu einer Verpuffung gekommen und das Bühnenbild in Brand geraten.

Für Gerber, Beobachter der Übung, ließ diese an Realität nichts zu wünschen übrig: "Bei dem Rauch kennt man sich in seiner eigenen Bude nicht mehr aus." Neben dem Löschen mussten sich Noldens Wehrleute vor allem auf die Rettung von acht Menschen konzentrieren. Neben zwei leicht verletzten Mädchen lag eine Schülerin bewusstlos im verqualmten Keller. Einen jungen Mann quälten schwere Brandverletzungen.

Zudem mussten die Retter einem Lehrer sowie drei Schülern helfen, die unter Schock standen. Trotz kleinerer Funkschwierigkeiten hatte die Wachtberger Feuerwehr die durchaus schwierige Lage nach knapp einer halben Stunde komplett im Griff.

Kurz gefragt

Was war die Schwierigkeit der Übung?
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Markus von Wirtz: Die Suche von verwirrten und geschockten Schülern. Das ist eine nicht unerhebliche mentale und psychische Belastung für die Atemschutzträger. Eine weitere Herausforderung war die Rettung der Personen aus dem verrauchten Untergeschoss.

Knackpunkt ist oft das Zusammenspiel von Feuerwehr und Rettungsdienst. Hat das bei der Übung eine besondere Rolle gespielt?
Von Wirtz: Ja, die Zusammenarbeit soll dadurch gestärkt und verbessert werden. Die beteiligten Organisationen haben die Möglichkeit, sich besser untereinander kennen zu lernen. Ebenfalls wird eine verbesserte Arbeitsabfolge untereinander geschult.

Waren Sie zufrieden mit dem Übungsverlauf?
Von Wirtz: Nach dem ersten Überblick schon. Die ersten Kräfte waren bereits 18.33 Uhr, drei Minuten nach der Auslösung des Alarms, vor Ort. Um 18.54 Uhr befanden sich alle Personen in Sicherheit. Nach einer halben Stunde war der Brand gelöscht.