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Weihe des restaurierten Holzkreuzes im Ortszentrum von Lüftelberg: Wie die offenen Arme Gottes

Weihe des restaurierten Holzkreuzes im Ortszentrum von Lüftelberg : Wie die offenen Arme Gottes

Ein Kreuz, das die Arme zur Umarmung öffnet, so ist das neue Lindenkreuz an der Petrusstraße in Lüftelberg mit seinem gebogenen Querbalken gestaltet. Gestern hat Pfarrer Albrecht Tewes das Holzkreuz im Beisein von etwa 30 Dorfbewohnern gesegnet und damit die Bitte verbunden, "dass alle, die vorübergehen, im Schutz des Kreuzes geborgen sein mögen".

Im Kreuz seien Heil, Leben und Hoffnung, sagte Tewes. Das Lindenkreuz gehört zum dörflichen Leben dazu, ist eine Station der Fronleichnamsprozession und des Kinderkreuzwegs am Karfreitag. Seit 2014 steht das Denkmal von Johann Adam Schall von Bell, einem berühmten Sohn des Dorfes, in direkter Nachbarschaft.

Ursprünglich sei das Lindenkreuz ein Steinernes Kreuz gewesen, das einst vom benachbarten Bauern Schmitz gestiftet worden war, berichteten Willi-Josef Wild und Christoph Holzapfel von der Kirchengemeinde. Ihre Recherchen haben ergeben, dass dieses Kreuz 1943 zerstört wurde, als einem Bauern sein Ochsengespann durchging.

Dieser hat dann ein erstes Holzkreuz aus alten Fachwerkbalken errichtet. Als dieses morsch wurde, sei es durch ein zweites Holzkreuz ersetzt worden, das jetzt wiederum dem Zahn der Zeit erlegen sei. Die Idee zum gebogenen Querbalken habe Kirchenvorstandsmitglied Christoph Jung gehabt.

Auslöser war die Äußerung einer Dorfbewohnerin, die es bedauert hatte, dass der zunächst proportional etwas breit geratene Querbalken des Kreuzes am Dorfeingang nach dessen Restaurierung vor etwa drei Jahren schließlich gekürzt worden ist. "Schade - es war ein Kreuz, das einen umarmt", habe sie gesagt.

Das hatte Jung an die Christusstatue in Rio de Janeiro erinnert, die ihre Arme weit ausbreitet. So ist nun beim Schreiner Thomas Lehnhoff ein Kreuz in Auftrag gegeben worden, dessen Querbalken leicht in Richtung des Betrachters gebogen ist, "um die weltumfassende Liebe und Barmherzigkeit Gottes anzudeuten, die jeden Menschen mit offenen Armen empfängt".

Die rötliche Farbe, die das Kreuz mit dem Holzkreuz am Ortseingang gemeinsam hat, sei wiederum nicht der Symbolkraft geschuldet, sondern aus praktischen Erwägungen gewählt worden. Ochsenblut-Rot diene dem Wetterschutz, erläuterte Holzapfel.

Auch dem Verbleib des ursprünglichen Steinkreuzes sind die Lüftelberger auf der Spur. Auf dem Friedhof stehe ein steinernes Kreuz, das Bruchstellen aufweise und bei dem es sich um die Stiftung des Bauern Schmitz handeln könne. Zeitzeugen sollen demnächst Aufschluss geben, ob sich diese Mutmaßung bewahrheitet.