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Bildung in Swisttal: Swisttal soll eigene Gesamtschule bekommen

Bildung in Swisttal : Swisttal soll eigene Gesamtschule bekommen

Die Bezirksregierung empfiehlt eine Umwandlung der Georg-von-Boeselager-Schule zum Schuljahr 2021/22. Im Düsseldorfer Schulministerium sieht man anhand der Abgängerzahlen der vierten Klassen durchaus Potenzial für dafür.

Die Georg-von-Boeselager-Schule hat gute Chancen, zum Beginn des Schuljahres 2021/22 von einer Sekundarschule in eine Gesamtschule umgewandelt zu werden. Dies sieht laut Gemeindeverwaltung auch die Bezirksregierung Köln so. Das ist das Ergebnis von Gesprächen, die in den Sommerferien zwischen Gemeinde und Bezirksregierung über die Zukunft der Sekundarschule in Heimerzheim geführt worden sind.

Das Thema wird in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch, 4. September, behandelt. Konkret geht es dann um die Auftragserteilung eines sogenannten anlassbezogenen Schulentwicklungsplans (SEP) mit der Vorgabe, dass die Georg-von-Boeselager-Schule zum Beginn des Schuljahres 2021/22 in eine Gesamtschule umgewandelt wird. Der SEP soll aufzeigen, wie viele Schüler nicht nur aus dem Gemeindegebiet, sondern auch aus Swisttals Nachbarkommunen sich in dieser Gesamtschule anmelden werden. Denn anders als bei einer Neugründung dürfen bei einer Umwandlung auch die auswärtigen Kinder mit berücksichtigt werden.

Wie berichtet, sind sich alle Ratsfraktionen mit der Verwaltung einig, eine eigene weiterführende Schule bis zum Abitur in der Gemeinde Swisttal zu realisieren. Im persönlichen Gespräch mit Landesschulministerin Yvonne Gebauer am 10. Juli hat die Verwaltung deshalb zunächst die Möglichkeiten diskutiert, die Georg-von-Boeselager-Schule über eine Ausnahmegenehmigung oder in Form eines Schulversuchs in eine vorerst dreizügige Gesamtschule umzuwandeln.

Das habe die Ministerin aber aus rechtlichen Gründen nach wie vor abgelehnt, weil Gesamtschulen grundsätzlich vierzügig starten müssen. Allerdings habe man im Ministerium anhand der Abgängerzahlen der vierten Klassen durchaus Potenzial für eine Umwandlung gesehen. Dies jedoch nicht schon zum Schuljahr 2020/21, weil genau dann laut SEP lediglich 140 Schüler die Swisttaler Grundschulen verlassen.

Gerechnet bei einer Quote von 40 Prozent von Schülern, die auf ein Gymnasium gehen werden, könnte zu diesem Schuljahr die erforderliche Quote von 100 Schülern in den fünften Klassen nicht erreicht werden. Laut Gemeindeverwaltung würde die Bezirksregierung zwar gegen ihre eigene Überzeugung eine Genehmigung erteilen, wenn die Gemeinde dies ausdrücklich wünschen würde. Allerdings wäre ein Imageschaden für die Gemeinde zu befürchten, sollte die Umwandlung scheitern.

Die Bezirksregierung habe daher eine längere Vorbereitungszeit empfohlen, die auch für Informationen und Werbung für die Gesamtschule bei Eltern und Schülern genutzt werden sollte. Dieser Empfehlung sollten die Gremien der Gemeinde Swisttal entsprechen, empfiehlt wiederum die Gemeindeverwaltung.

Eine Umwandlung ein Jahr später zum Schuljahr 2021/22 wird als günstiger angesehen, weil dann laut SEP 194 Schüler die vierten Klassen der Swisttaler Grundschulen verlassen werden. Mithilfe von Einschulungsvereinbarungen mit Swisttals Nachbargemeinden und entsprechender Werbung sehe die Bezirksregierung gute Chancen für eine Umwandlung zu diesem Zeitpunkt.

Wie die Verwaltung in der Sitzungsvorlage zum Schulausschuss zudem ausführt, habe die Zusammenführung der Schulentwicklungspläne aller sechs linksrheinischen Kommunen für die gesamte Region die Prognose von sieben weiteren Zügen in der Primarstufe und vier Zügen in der Sekundarstufe I bis 2027 ergeben. Bis 2037 dann 14 Züge in den Grundschulen und zwölf in der Sekundarstufe I. Der aktuelle SEP prognostiziert für Swisttal weiter steigende Grundschülerzahlen mit einer Spitze von 859 im Schuljahr 2022/23. Dann wird sich die Zahl der Grundschüler in den Folgejahren auf hohem Niveau bei rund 800 einpendeln.

Öffentliche Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch, 4. September, 17.30 Uhr, Rathaus