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Wichtige Punkte für die BBL: Telekom Baskets Bonn schlagen Syntainics MBC im Kellerduell

Wichtige Punkte für die BBL : Telekom Baskets Bonn schlagen Syntainics MBC im Kellerduell

Die Telekom Baskets Bonn haben am Samstagabend gegen die Mannschaft von Syntainics MBC mit 103:85 gewonnen und wichtige Punkte geholt, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen.

Emotion, Leidenschaft, Spannung, Nervenstärke und endlich das so lang ersehnte Erfolgserlebnis: Die Telekom Baskets Bonn haben am Samstagabend vor 4.780 begeisterten Zuschauern das packende Kellerduell gegen den Mitteldeutschen BC gewonnen.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Päch erkämpfte sich am elften Spieltag der Basketball-Bundesliga einen 103:85 (29:19, 25:25, 23:24, 26:17)-Erfolg, der Fans und alle Vereinsverantwortlichen ein wenig aufatmen lässt. Die Misserfolge in der BBL hatten schwer an den Nerven gezehrt.

Der psychologisch so wichtige Heimsieg nährt die Hoffnung, dass die Telekom Baskets Bonn am Mittwoch in der Champions League auswärts gegen Saragossa, im Pokalviertelfinale gegen Oldenburg (15. Dezember) bestehen und auch in Göttingen (21. Dezember) und gegen die Hamburg Towers (26. Dezember) weitere Punkte einheimsen können.

Die Baskets starteten gegen den MBC mit lautstarker Unterstützung der Baskets-Fans, die ihr Team mit aller Macht zum zweiten Saisonsieg in der Bundesliga pushen wollten. „Defense, Defense“, schallte es von Beginn an durch den Telekom Dome. Die Daumen drückte auf der Bank auch Baskets-Spieler Benjamin Lischka, der beim Abschlusstraining am Freitag ausgerutscht war, sich leicht am Knie verletzte und als präventive Vorsichtsmaßnahme nicht mitwirkte.

Auch ohne Lischka hatten sich die Bonner nach der Pleite am vergangenen Mittwoch gegen PAOK Saloniki viel vorgenommen. Sie versuchten von Beginn an mit aufmerksamer Verteidigung die Wirkungskreise der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt zu stören. Der MBC agierte wie gewohnt sofort mit einer Salve an Dreipunktversuchen.

Und Pointguard Kaza Kajami-Keane traf in den ersten fünf Minuten zwei Dreier und markierte dort zehn Punkte. Aber die restlichen Spieler hatten es schwer gegen die bissigen Bonner, die mehrere Bälle eroberten und wie verwandelt zum Mittwoch wirkten. Sportmanager Michael Wichterich hatte sich nach dem Auftritt gegen POAK erstmals in dieser Saison so richtig Luft gemacht, hatte lautstark mehr Einsatz und Kommunikation bei der Detailabstimmung eingefordert.

Immer wieder hatten die Ostdeutschen wenig Freiraum, um Ziel von außen zu nehmen. Und da auch Martin Breunig und Stephen Zimmerman gegen den neuen NBA-erfahrenen MBC-Center Joey Dorsey mutig bei den Abprallern zupackten, bekam die Magenta-Truppe langsam Oberwasser. Als Branden Frazier in der sechsten Minute von außen abdrückte und das Spielgerät durch die Reuse rauschte und euphorischer Jubel aufbrandete, führten die Baskets 16:10.

Die Euphorie auf den Rängen beflügelte die Bonner Baskets, die in der achten Minuten nach schönem Assist von Joshiko Saibou und einem Korbleger von Trey McKinney-Jones mit 27:16 vorne lagen. MBC-Coach Björn Harmsen war nach dem ersten Viertel stinksauer auf seine Truppe und machte sich an der Linie mächtig Luft.

Das zeigte Wirkung bei seinen Spielern, die im zweiten Viertel giftiger wurden und sich von außen so langsam warm schossen. Als sich das 120 Kilogramm-Kraftpaket Joe Dorsey das Leder pflückte, schnell heraus passte und Strahinja Micovic einen weiteren Dreier traf, lag der Mitteldeutsche BC nur noch 30:33 hinten. Jetzt war mächtig Druck im Kessel.

Aber die Magenta-Truppe hielt diesem Druck stand. Mit kollektivem Einsatz packten sie zu, kämpften verbissen um jeden Ball und spielten vorne mit der nötigen Präzision. In der ersten Halbzeit versenkte Bonn sieben Dreier bei zehn Versuchen. So auch Benjamin Simons, der in der 19ten Minute mit dem 54:43 den Telekom Dome zum Kochen brachte.

Mit zehn Punkten Vorsprung (54:44) starteten die Rheinländer in das dritte Viertel. Hier erwischte der MBC den besseren Start, weil Andrew Warren zwei Dreier traf und die Gäste auch erfolgreich zum Korb zogen. In der 24. Minuten lag Bonn nur noch 56:59 vorne – Spannung pur. Bonn kämpfte verbissen. Allen voran Yorman Polas Bartolo, der einen hervorragende Leistung ablieferte und mit seinem Einsatz den Weg Ende des dritten Viertels vorgab.

Er hechtete nach dem Leder. Bonn drückte auf die Tube. Und als Branden Frazier binnen 70 Sekunden drei Dreier in Folge durch den MBC-Korb zum 76:63 jagte (28.), verwandelte er den Telekom Dome in ein Tollhaus. Die Bonner schalteten sogar noch einen Gang höher und bleiben im letzten Viertel nervenstark. Vorne wählten die Rheinländer zielführende Optionen und waren im Schlussspurt sehr treffsicher.

Gegen Vechta hatte der MBC noch einem Rückstand wettmachen können. Gegen Bonn gelang dies nicht mehr. Als sich Stephen Zimmerman spektakulär das Leder von Joe Dorsey mopste und per Fastbreak-Korbleger zum 95:80 (37.) einlochte, waren die Baskets auf die Siegerstraße eingebogen. Kilian Binapfl sorgte 60 Sekunden vor dem Ende mit dem hundertsten Punkt der Baskets für fröhliche Jubelgesänge im Telekom Dome.

Trainerstimmen:

Björn Harmsen (Trainer MBC): „Glückwunsch an Bonn. Sie haben sehr physisch gespielt. Wir habe es nicht geschafft, eine Struktur in unseren Angriff bekommen. Wir haben 20 Ballverluste gehabt. Die physische Dominanz war da. Wir sind zwar rangekommen, sind aber wieder eingebrochen. Was das anbelangt, müssen wir Fortschritte machen, wenn es körperlich wird.“

Thomas Päch (Trainer Bonn): „ Ich bin sehr zufrieden, wie wir heute aufgetreten sind. Meine Spieler haben in den richtigen Momenten immer eine Antwort gefunden. Jeder war bereit. Alle haben gut agiert. Wir wusste, dass der MBC mit ihren guten Schützen das Potenzial hat, dass Spiel noch zu drehen. Das Wichtigste war heute die Defense. Auch wenn wir gewonnen haben, sondieren wir weiter den Spielermarkt. Aber ich vertraue der Truppe hundertprozentig. Der Sieg hilft uns sehr. Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern das Hier und Jetzt. Es gilt, diese Fortschritte mit in die nächsten Aufgaben zu nehmen.“

Telekom Baskets Bonn: Saibou (5 Punkte/1 Dreier), McKinney-Jones (10/1), Subotic (6/1), Frazier (17/5), DiLeo (10/2), Breunig (15), Polas Bartolo (17/2), Binapfl (3), Simons 89/2), Zimmerman (11).