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Kommentar zum Godesberger Müllproblem: Gemeinsam Handeln

Kommentar zum Godesberger Müllproblem : Gemeinsam Handeln

Es ist wahrlich keine Freude, auf eine Wiese zu blicken und dort statt bunter Blumen eine farbenprächtige Auswahl verschiedenster Plastikverpackungen vorzufinden.

Genauso wenig Spaß macht es, auf einem asphaltierten Fußweg mehr Haftung zu haben, als einem vielleicht lieb ist - den alten Kaugummis sei Dank. Unweigerlich wirft sich da die Frage auf: Muss das sein? Nein, lautet die Antwort des kämpferischen Bürgers. Und eben dieser Kampfgeist sollte auch der Stadtverwaltung injiziert werden. Das erreicht man jedoch keinesfalls über destruktives In-sich-hinein-Meckern, sondern durch konstruktives Wachrütteln. Nur wer die Verwaltung permanent auf Probleme aufmerksam macht, wird auch wahrgenommen.

Stadt und Bonnorange kommen ihren Aufgaben in gewohnter Routine nach, mehr aber auch nicht. Teilweise mangelt es wohl an Personal. Beim ersten Godesberger Treff im April regte Fischhändler Stefan Stuch deshalb an, vor der eigenen Haustür auch mal selbst den Besen in die Hand zu nehmen. Da hat er recht. Was aber ist mit öffentlichen Plätzen, für die kein einzelner Anlieger zuständig ist?

Auch hier kann man metaphorisch den Besen in die Hand nehmen, indem man die Stadt und Bonnorange auf Missstände aufmerksam macht. Und wenn sich gleich mehrere Menschen zusammentun, stehen die Chancen sogar noch besser, dass die zuständigen Stellen reagieren. Dann kann es sein, dass an einem bestimmten Ort mehr Mülleimer aufgestellt werden oder öfter Streifen des Ordnungsdienstes fahren.

Was die Verursacher des Mülls angeht, so haben sie offenbar eine schlechte Erziehung genossen. Wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen, helfen wohl nur empfindliche Strafen. Wenn es ans Geld geht, setzt am Ende vielleicht doch noch die Vernunft ein.