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Modernisierung in Bonn: Kosten der Beethovenhalle steigen auf 66 Millionen Euro

Modernisierung in Bonn : Kosten der Beethovenhalle steigen auf 66 Millionen Euro

Die Kosten für die Modernisierung der Beethovenhalle steigen weiter. Ging die Stadt im Januar noch von etwa 61,5 Millionen Euro aus, musste sie den Ratspolitikern in der ersten Juniwoche eine erwartete Budgetüberschreitung um rund 2,5 Millionen Euro melden.

Nur zwei Wochen später hatte der zuständige Stadtdirektor Wolfgang Fuchs jetzt weitere schlechte Nachrichten: Der Bedarf wächst noch einmal um voraussichtlich circa 2,5 Millionen auf etwa 66 Millionen Euro. Fuchs begründete das mit Preisforderungen der Baufirmen.

„Die Auftragsvergabe ist aufgrund der Marktlage schwierig“, erklärte er am Dienstagabend im Betriebsausschuss des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB). In der vorigen Woche seien Angebote für mehrere Gewerke eingegangen, die zum Teil „deutlich höher“ lägen als erwartet. Hintergrund ist die gute Auftragslage in der Baubranche.

Zwar werde das SGB zusammen mit den externen Projektsteuerern und Fachplanern versuchen, Mehrausgaben innerhalb des Budgets aufzufangen. Der Stadtdirektor machte den Ratspolitikern allerdings keine großen Hoffnungen: „Aufgrund der bisherigen Ergebnisse habe ich gewisse Zweifel, zumal auch mit Nachtragsforderungen beauftragter Firmen zu rechnen ist“, räumte Fuchs ein. „Das finanzielle Risiko wird sich erhöhen.“ Die Stadt habe jedoch stets betont, dass die Kostenberechnung beim bisherigen Planungsstand mit einem Schwankungsrisiko von 20 Prozent behaftet gewesen sei.

Firmen sind ausgelastet

„Wir bekommen relativ wenige Angebote, weil die Firmen ausgelastet sind“, berichtete Marion Duisberg, die kommissarische SGB-Leiterin. Der Löwenanteil der Mehrkosten entfalle auf die technische Gebäudeausrüstung. Im Sommer stehen elf weitere Vergabeeinheiten an, etwa für Bühnentechnik, Trockenbau und Natursteinarbeiten an den Fassaden. Zu Einsparmöglichkeiten bei Denkmalschutzmaßnahmen befragt, sagte die SGB-Chefin, dass sie in diesem Bereich wenig Potenzial sehe. Jeder Beschluss, preiswerter zu bauen, ziehe zudem Kosten für Umplanungen nach sich.

Die Stadt steht bei der Sanierung der Beethovenhalle unter Zeitdruck. Angepeilt ist der November 2018. Danach soll die erneuerte Hallentechnik ein Jahr lang eingespielt werden – bevor dort Festveranstaltungen des Beethoven-Jubeljahres 2020 stattfinden. Zwar gibt es Zeitpuffer in der Sanierungsplanung. Die sind laut Fuchs aber klein. Der Stadtdirektor plädierte im Ausschuss dafür, sich im Notfall etwas mehr Zeit zu lassen. „Mir wäre es lieber, erst im Februar 2019 fertig zu werden, als gierigen Bauunternehmern viele Millionen Euro in den Hals zu stopfen“, unterstrich Fuchs.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung stand ein Bericht des Rechnungsprüfungsamts auf der Tagesordnung, in dem schwere Fehler des SGB beim Bau des Hauses der Bildung moniert werden. Die Politiker diskutierten nach GA-Informationen aber nur rund fünf Minuten. Immerhin setzte die Ratskoalition den Auftrag ans SGB durch, in der nächsten Sitzung über die Umsetzung von Vorgaben zu berichten. Dabei geht es etwa um das Vier-Augen-Prinzip: Auch beim Haus der Bildung seien „Entscheidungen von Einzelnen getroffen oder Verantwortung für ganze Projekte in großen Zeiträumen Einzelnen überlassen worden“, so die Koalition. Und zwar „mit erheblichen Folgen für die Stadt“.