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Wohnheim Tabu I: Raum für Studenten und Nachbarn in Tannenbusch

Wohnheim Tabu I : Raum für Studenten und Nachbarn in Tannenbusch

Ein Stadtteil ist mehr als nur ein Wohnort. Er ist vielmehr Lebens- und Aufenthaltsort in einem. "Ein Stück Heimat vor der Haustür", so definiert Michael Groschek, NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, die verschiedenen Bezirke einer Stadt.

Unter der Devise "Rückbau, Umbau, Neubau" will das Land diese Lebensräume für die Menschen attraktiver gestalten. "Tannenbusch ist ein hervorragendes Beispiel für die Quartiersentwicklung", so der Minister. Denn durch die Symbiose von Wohnbauförderung und sozialer Stadtentwicklung würde ein lebenswertes Wohnumfeld für die Zukunft geschaffen. "Jedes Quartier ist individuell und das kann es zu einem emotionalen Identifikationsort machen", so Groschek.

"Wir müssen vor unserer Haustür den demografischen Wandel gestalten, Integration leben, eine zukunftsfähige Umstrukturierung der Wohnungsbestände vorantreiben und Inklusion befördern", appellierte er gestern bei einem Besuch im Tannenbusch.

Genau in dieses Konzept passt auch der Neubau des Studentenwohnheims Tabu I. An der Baustelle des Studentenwerks Bonn ließ sich der Minister die Pläne erläutern. Am Posener Weg, wo bis vor einiger Zeit mit 13 Etagen noch das höchste Haus von Tannenbusch stand, rollen bereits im September die ersten Baufahrzeuge an. Dort werden sieben Gebäude mit maximal vier Geschossen errichtet. Rund 210 Studenten werden in Tabu I wohnen.

Ihnen stehen insgesamt 133 Wohneinheiten zur Verfügung - Appartements sowie Wohnungen mit bis zu vier Zimmern. Errichtet werden zudem vier Wohneinheiten speziell für Rollstuhlfahrer sowie noch einmal vier Wohnungen für Studenten mit Kind.

Diese verfügen über ein eigenes kleines Kinderzimmer. Alle Räume sind barrierefrei. Insgesamt werden 5600 Quadratmeter Wohnfläche geschaffen. Auch das "Drumherum" der neuen Anlage kann sich sehen lassen. Neben 24 Pkw-Stellplätzen und 210 Fahrradständern verfügt die Anlage über einen großen Gemeinschaftsraum, der auch von den Bürgern und Vereinen des Ortes gemietet und genutzt werden kann.

Im Innenhof ist eine Holzterrasse als Leseecke geplant, ein Grillplatz sowie ausreichend Rasenflächen stehen den Studenten ebenfalls zur Verfügung. Chic und modern ist auch das Äußere gestaltet: Die klaren Betonfassaden werden durch Schiebeelemente aus Holzlamellen unterbrochen. Diese dienen nicht nur der Optik, sondern auch als Sonnenschutz.

Besonderen Wert legen das Bonner Studentenwerk und das Aachener Architekturbüro "Gerlach Wolf Böhning" darauf, dass das neue Studentenwohnheim als Passivhaus errichtet wird. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, extra dicke Fassadendämmung sowie Dreifach-Verglasung der Fenster sollen den Energieverbrauch so gering wie möglich halten. Läuft alles nach Plan, können Anfang 2016 bereits die ersten Umzugskisten ausgepackt werden.

Das Studentenwerk will mit der Standortwahl für die neuen Häuser ebenfalls ein Zeichen setzen. "Wir engagieren uns gerne bei dem Projekt soziale Stadt", sagte Alexander Bojanowsky, Geschäftsführer des Bonner Studentenwerks, vor der Delegation aus Düsseldorf.

Bevor Minister Groschek weiterzog, appellierte er an die großen Wohnungsgesellschaften: "Wir fördern und fordern. Wir sind bereit, viel in die Quartiersentwicklung zu investieren, wenn die großen Immobilienbesitzer im Gegenzug auch ihren Anteil dazu beitragen, damit das Leben für die Menschen in den Quartieren lebens- und liebenswerter wird. Wir leisten unseren Teil, um Tannenbusch wieder auf Vordermann zu bringen."

3900 Studentenzimmer

Das Studentenwerk Bonn verfügt derzeit über 3900 Wohneinheiten in Bonn, Rheinbach und Sankt Augustin. Sobald für die Wohnanlage am Rheinufer, die für den Bau des Festspielhauses weichen muss, ein neuer Wohnkomplex errichtet sein wird, gibt es wieder rund 4200 Plätze. Damit stellt das Studentenwerk etwa zehn Prozent des benötigten Wohnraums für Studenten zur Verfügung.