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Gemeindeleben auf der Baustelle: So läuft das Gemeindeleben trotz Umbau der Trinitatiskirche

Gemeindeleben auf der Baustelle : So läuft das Gemeindeleben trotz Umbau der Trinitatiskirche

Die Trinitatiskirche und das Pfarrhaus werden derzeit saniert, trotzdem läuft das Gemeindeleben weiter. Insgesamt kostet die Modernisierung rund 670.000 Euro. Dafür hat die Gemeinde lange gespart.

. Der Gemeindesaal der Trinitatiskirche an der Brahmsstraße ist zwar nicht so erhaben wie die evangelische Kirche selbst, aber Gottesdienste, findet Jan-Derik Wilts, lassen sich darin doch ganz gut feiern. „Man ist deutlich enger beieinander“, sagt der Baukirchmeister. Derzeit muss die Gemeinde in den Saal ausweichen, da in der Kirche gearbeitet wird – wie auch in der Gemeindeküche und am Pfarrhaus. Das Gemeindeleben findet noch für ein paar Tage auf der Baustelle statt.

Im Pfarrhaus wurde der Wohnbereich von Pfarrer Uwe Grieser und seiner Familie saniert. Inzwischen ist man damit fast fertig, allerdings hatte es länger gedauert als gedacht. Auch an der Küsterwohnung wurde gearbeitet, sodass die Räume ab dem vergangenen Wochenende bezugsfertig waren.

Geplant und gespart wird für die Sanierung schon seit einigen Jahren. „Die Absicht ist, dass wir weniger CO2 in die Umwelt emittieren wollen“, erklärt Grieser. Allein beim Pfarrhaus lassen sich 25 Prozent Ausstoß vermeiden, indem man die alten Fenster austauscht sowie die Kellerdecke und die Wände dämmt. Zusammen mit der neuen Solarthermieanlage auf dem Dach erreiche man nahezu Passivhausstandard. Im Zuge der Umbauarbeiten wird auch die Küche im Gemeindezentrum erneuert, deren Einrichtung noch aus den 1970er Jahren stammt. Die neuen Möbel dafür wurden schon geliefert. Außerdem, so Wilts, werde die Küche auch an die gemeinsame Wasserversorgung angeschlossen, was bislang nicht der Fall gewesen sei.

Umbau läuft gut bisher

Den Hauptanteil am Energieverbrauch mit rund 50 Prozent hat allerdings das Kirchengebäude. „Weil die Kirche sehr gut genutzt wird, kann auch viel eingespart werden“, sagt Grieser. Denn darin werden nicht nur Gottesdienste gefeiert. Für eine energetische Sanierung gibt es zwar noch keine konkreten Pläne, aber zumindest die Heizung wird demnächst effektiver arbeiten. „Die Leute beklagen seit drei Jahren, dass die Kirche nicht mehr vernünftig warm wird.“ Da musste man tätig werden.

Geheizt wird der Raum über Luft, die im Heizkörper im Keller des Gemeindezentrums erwärmt wird. Bislang wurde die warme Luft von dort zu einem einzigen Ventilator in die Kirche geführt, der sie nur unzureichend verteilen konnte. Die warme Luft stieg stattdessen schnell bis unter die Decke auf. Jetzt sollen sechs Ventilatoren an unterschiedlichen Stellen die Wärme in der Kirche verteilen. Der Heizungskessel wurde schon vor drei Jahren ausgetauscht und schafft diese Leistung.

Pfarrer Grieser und sein Baukirchmeister Wilts sind froh, dass bisher alles gut läuft – und vor allem, dass man die Sache jetzt endlich angehen konnte: „Dann haben wir auch die nächsten 25 Jahre Ruhe.“ Jahrelang wurde gespart, bei jeder Gelegenheit hat man Einnahmen und Überschüsse für diesen Umbau beiseitegelegt. Die Kosten übernimmt die Gemeinde komplett selbst: Die energetische Sanierung des Pfarrhauses samt Küsterwohnung kostet etwa 450 000 Euro, die neue Küche 40 000 Euro und die Ventilatorenanlage für die Heizung rund 180 000 Euro.

Die Bauarbeiten liegen Grieser und Wilts zufolge voll im Zeitplan. In der ersten Septemberwoche soll die Gemeinde das Gotteshaus wieder nutzen können. Eine neue Photovoltaikanlage soll mittels Fundraising finanziert werden. Rund 9500 Euro kostet sie, 7000 Euro hat die Gemeinde schon beisammen. Die Erträge werden für die Arbeit der Trinitatis-Stiftung für Diakonie und kirchliche Sozialarbeit, bekannt als „Rat & Tat“, eingesetzt. „Rat & Tat“ kümmert sich vor allem um ältere Menschen in der Gemeinde, die Unterstützung benötigen, etwa im Haushalt, beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen.