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Neue Untersuchungen: So wirken Kreuzimpfungen mit Astrazeneca

Neue Untersuchungen : So wirken Kreuzimpfungen mit Astrazeneca

2,2 Millionen NRW-Bürger sind mit Astrazeneca geimpft. Eine Studie der Universität Oxford zeigt gute Resultate für einen Mix, bei dem der zweite Piks mit Biontech erfolgt. Derweil beginnt die Diskussion, ob eine dritte Impfstoffdosis erfolgen sollte.

Die Impfkampagne geht voran. Weltweit haben Ärzte drei Milliarden Dosen verimpft. Besonders verbreitet ist der Impfstoff von Astrazeneca: Er wurde in 80 Prozent aller Länder verimpft, das teurere Mittel von Biontech in 47 Prozent. In NRW haben 2,2 Millionen Bürger eine Dosis von Astrazeneca erhalten, fast eine halbe Million ist vollständig damit geimpft. Nun gibt es neue Studien zur Wirksamkeit.

Kreuzimpfungen: Viele Lehrer und Erzieher wurden zunächst mit Astrazeneca geimpft. Seit die Ständige Impfkommission den Impfstoff generell nur noch für über 60-Jährige empfiehlt, haben Jüngere vielfach als zweites Biontech erhalten. Nun zeigt eine große Studie (Com-Cov-Studie) der Universität Oxford, dass dies sinnvoll ist: Eine Kreuzimpfung aus Astrazeneca und Biontech ruft demnach eine bessere Immunantwort hervor, als wenn der Bürger zwei Dosen von Astrazeneca erhalten hat. Der Impfstoff-Mix habe zu einer hohen Konzentration von Antikörpern gegen das Spike-Protein des Coronavirus geführt, heißt es. Die Spike-Proteine verleihen dem Coronavirus das stachelige Aussehen, an ihnen erkennt der Antikörper sein Ziel. Die höchste Antikörper-Konzentration wurde gemessen, wenn der Impfling zwei Dosen von Biontech erhalten hat.

Eine Impfung führt aber nicht nur zur Bildung von Antikörpern, die das Virus zerstören, bevor es eine Zelle infiziert. Sie führt auch zur Bildung von T-Zellen, die bereits infizierte Zellen zerstören und so die Verbreitung des Virus verhindern. Gemessen an der Bildung der T-Zellen ist die Kreuzimpfung sogar noch besser als eine doppelte Impfung mit Biontech oder eine doppelte Impfung mit Astrazeneca, wie sich 28 Tage nach der zweiten Dosis zeigte. Die Studie berücksichtigt 830 Probanden, knapp die Hälfte Frauen.

Dritte Dosis: Schon wird diskutiert, ob – unabhängig vom Impfstoff – eine dritte Dosis nötig wird. Hierzu sagt die Studie, dass eine dritte Dosis von Astrazeneca, die mit einem Abstand von sechs Monaten verabreicht wurde, zu einem „erheblichen Anstieg“ an Antikörpern führt. Das sei ermutigend, sollte eine dritte Dosis benötigt werden, erklärte Studienautorin Teresa Lambe. Noch ist aber nicht entschieden, ob es Auffrischungsimpfungen geben wird. Unter Experten wird diskutiert, ob man diese nur für Menschen über 60 vornehmen muss. 

Wirksamkeit gegen Delta: Für alle, die zweimal den Astrazeneca-Impfstoff erhalten haben, ist beruhigend: Auch er schützt vor schweren Verläufen bei der Delta-Variante. Am Donnerstag gibt das Robert Koch-Institut neue Zahlen bekannt. Es wird befürchtet, dass die Delta-Variante bereits mehr als ein Drittel der Infektionen ausmacht. Laut einer Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England ist Astrazeneca bei der Delta-Variante zu 92 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinikeinweisung. „Außerdem traten keine Todesfälle unter den Geimpften auf“, betont der Hersteller und führt dies auf die T-Zellen-Antwort zurück. Die Wirksamkeit von Astrazeneca, eine Infektion mit Delta gänzlich zu verhindern, liegt bei 64 Prozent.

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