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Klaus Hagen verlor Prozess: Elterliche Millionen sind tabu

Klaus Hagen verlor Prozess: Elterliche Millionen sind tabu

Seit fast sieben Jahren sind seine Eltern spurlos verschwunden, er könnte als Alleinerbe längst im Besitz des zweistelligen Millionenvermögens sein - und doch kommt Klaus Hagen an keinen Pfennig heran.

Der 34-jährige Sohn des seit dem 13. Juli 1994 vermissten Ehepaares Winfried (49) und Doris (47) Hagen, gegen den jahrelang wegen des Verdachts der Beteiligung an der Tötung seiner Eltern ermittelt wurde, scheiterte nun auch in der dritten Instanz mit dem Versuch, an die elterlichen Millionen zu kommen.

Weder sein Gang vor das Bonner Amts- und Landgericht noch jetzt vor das Kölner Oberlandesgericht ändert etwas daran: Rechtsanwalt Ludger Westrick behält als sogenannter Abwesenheitspfleger die Kontrolle über das Vermögen des vermissten Ehepaares Hagen. Klaus Hagen scheiterte mit seinem Antrag, den Anwalt zu entlassen und ihn selbst als Vermögenspfleger einzusetzen, da dies dem Willen seiner verschwundenen Eltern entspräche. Schließlich, so hatte der 34-Jährige argumentiert, habe er von seinen Eltern Generalvollmacht gehabt.

Genau die aber hatte ihm der vom Gericht eingesetzte Abwesenheitspfleger Westrick Ende 1994 entzogen. Zu dem Zeitpunkt nämlich hatten sich die Ermittlungen in dem, so die Kripo, "Mordfall ohne Leichen" gegen den Millionärssohn gerichtet, der seine Eltern erst einen Monat, nachdem sie zum letzten Mal lebend gesehen worden waren, als vermisst gemeldet hatte. Fast fünf Jahre lang wurde gegen den 34-Jährigen und seinen Freund ermittelt, bis das Verfahren im Sommer 1999 ohne Ergebnis eingestellt werden musste.

Auch alle Anhaltspunkte, dass die osteuropäische Mafia mit dem Fall zu tun haben könnte, führten zu keinem handfesten Ergebnis. Selbst die Auslobung von einer Million Mark Belohnung aus dem Vermögen der Vermissten, der sich Klaus Hagen zunächst widersetzte, trug nicht zur Klärung des mysteriösen Falles bei.

Auf sein Erbe muss Klaus Hagen bis Sommer 2004 warten. Dann endet die Zehn-Jahres-Frist, nach der Vermisste für tot erklärt werden können. Auf der Homepage des Landeskriminalamtes heißt es nach wie vor: Bonner Ehepaar vermisst. 1 000 000 Mark Belohnung.