1. Region
  2. Kreis Neuwied

Wolf im Kreis Neuwied: Neue Nachweise im Präventionsgebiet

Präventionsgebiet : Neue Wolfsnachweise im Kreis Neuwied

Seit rund eineinhalb Jahre lebt eine Wölfin unbemerkt in der Nähe von Bad Hönningen. Nun konnte das Tier dort nachgewiesen werden. Daneben gab es im Kreis Neuwied in den vergangenen Wochen noch weitere Nachweise und Vorfälle.

Eine Wölfin, die in der Nähe von Bad Hönningen beheimatet ist; zwei Filmaufnahmen von Wölfen bei Waldbreitbach und Dierdorf; zwei gerissene Schafe bei Bad Hönningen: Im Kreis Neuwied hat es in den vergangenen Wochen neue Wolfsnachweise gegeben, wie das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten am Donnerstag mitteilte.

Im Frühjahr 2018 hatte ein Wolf Damwild in einem Gehege bei Leutesdorf gerissen. Nun stellte sich heraus: Das Tier ist in der Nähe von Bad Hönningen beheimatet, seit rund eineinhalb Jahren lebt die Fähe unbemerkt im Kreis Neuwied. Eine Kotprobe hätte diesen Nachweis erbracht. Die Wölfin ist somit das zweite Tier dieser Art, das dauerhaft in Rheinland-Pfalz ansässig geworden ist. Bislang gingen die Experten nur von einer Wölfin aus, die am Stegskopf im Westerwald nachgewiesen wurde.

Wolf reißt zwei Schafe bei Sankt Katharinen

Darüber hinaus hat es Ende Oktober einen Vorfall bei Sankt Katharinen gegeben. Nach Angaben des Ministeriums hatte dort ein wohl in Nordrhein-Westfalen lebendes Tier zwei Schafe gerissen. Die DNA stimme mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Wölfin überein, die erstmalig im Oberbergischen Kreis nachgewiesen werden konnte. Im November konnte das Tier bei Lohmar individualisiert werden.

Ende November konnten zudem zwei Filmaufnahmen von einem Wolf in der Nähe von Waldbreitbach und Dierdorf gemacht werden. Inwieweit es sich um das gleiche Tier handelt, könne anhand der Bilder jedoch nicht nachvollzogen werden.

Das Ministerium macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied vor eineinhalb Jahren als Wolf-Präventionsgebiet ausgewiesen wurden. In diesen Gebieten fördert das Land die Kosten für wolfssichere Zäune sowie für Herdenschutztiere für Schafs-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter.

Die Schafe, die bei Sankt Katharinen gerissen wurden, seien in einem Festzaun mit Unterschlupfmöglichkeiten nur unzureichend geschützt gewesen, heißt es vom Ministerium. Ansprechpartner für die Aufrüstung von Zaunanlagen und Elektrozäunen ist die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stiftung.