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Kommentar: Große Lösung ist gefragt

Kommentar : Große Lösung ist gefragt

Keine Frage, Parkplätze sind in Bad Honnef Mangelware - und nicht nur dann, wenn die Innenstadt mit besonderen Ereignissen wie beispielsweise dem Martinimarkt oder "Fühl Dich frühlich" lockt.

Der Parkwahnsinn gehört auch für Berufstätige, die in Honnef arbeiten, und die Besucher, die zum Einkaufen nach Honnef kommen, zum Alltag. So weit, so schlecht, so einvernehmlich.

Was sich nicht so ganz nachvollziehen lässt, ist, warum gerade vier Parkplätze und ein Behindertenparkplatz am Fuße der Fußgängerzone Entlastung bringen soll. Tatsächlich steht zu befürchten, dass die (sicher meist vergebliche) Suche nach dem so bequemen Parkplatz direkt vor der Geschäftstüre noch mehr (enttäuschte) Parkplatzsuchende direkt auf den Marktplatz führen wird. Und was heißt "Symbolcharakter"? Für den können sich die Geschäftsleute, wenn sie ehrlich sind, einen Keks kaufen.

Abstrus wird die Argumentation, wenn es heißt, an dieser Stelle würde sowieso geparkt und man würde die Parkplatzsuchenden nur vor dem bösen Ordnungsamt schützen, quasi das illegale Treiben nur legalisieren wollen. Diese Logik ist kaum nachvollziehbar und würde überspitzt zu folgender Schlussfolgerung führen: Einige Bürger hinterziehen Steuern.

Also wird die Steuerhinterziehung als Straftatbestand abgeschafft. Denn hinterzogen wird doch sowieso. Aber auf diese Idee würde (zu Recht) niemand kommen. Wieso also sollte man Menschen, die bewusst eine Ordnungswidrigkeit begehen, vor den Konsequenzen schützen?

Der Honnefer Marktplatz und sein Ambiente sind ein hohes Gut, das es zu schützen gilt. Gerade auch im Sinne der Geschäftsleute. Die Menschen kommen nach Honnef nicht nur wegen der Geschäfte, sondern gerade auch wegen des Flairs.

Dass sie dabei nicht kilometerweit vom Parkplatz in die Innenstadt laufen wollen, ist klar. Aber sie sind sicherlich bereit, einen kleinen Spaziergang in Kauf zu nehmen - solange er sich im Rahmen bewegt. Und deshalb ist es richtig, dass in Honnef nach übergreifenden Lösungen gesucht wird, Denkverbote darf es nicht geben.

Zu lange darf dieser Prozess allerdings nicht dauern. Daher sind schnelle Ansätze für eine große Lösung für das Parken - und übrigens auch die Verkehrsführung - in der Innenstadt dringend gefragt.