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Rhein-Sieg-Halle in Siegburg: Ein Anbau für rund sechs Millionen Euro

Rhein-Sieg-Halle in Siegburg : Ein Anbau für rund sechs Millionen Euro

Die Rhein-Sieg-Halle soll größer werden. Das betrifft nicht den großen Veranstaltungssaal, sondern die Nebenräume. Ein Anbau mit drei Ebenen soll das Programm der 2006 eingeweihten Halle erweitern.

Die Stadtbetriebe wollen mehr Konferenzen und Tagungen nach Siegburg holen. Es sollen dort mehrtägige Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern möglich sein, aber auch kleinere Veranstaltungen. Der Verwaltungsrat der Stadtbetriebe stimmte am Donnerstag bei einer Gegenstimme der Linken einer Vorplanung zu, auf deren Basis nun der Anbau konkretisiert werden soll. Die Kostenschätzungen belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro, zum Jahresbeginn 2019 soll der Erweiterungsbau in Betrieb gehen.

„Es kommt immer wieder vor, dass wir Anfragen ablehnen müssen“, sagt André Kuchheuser, Vorstand der Stadtbetriebe. Das ist der Fall, wenn der große Saal bereits belegt ist – oder weil die gewünschten Räumlichkeiten nicht vorhanden sind, also kleinere, flexibel nutzbare Räume, die sich für Konferenzen, Workshops oder Tagungen eignen. Die ersten Skizzen sehen den Neubau zwischen Halle und Bachstraße vor.

Damit wird im Erdgeschoss das Foyer erweitert, dort soll ein abtrennbarer Raum entstehen. Flexibel soll der Anbau auch im ersten Obergeschoss gestaltet werden: Die dort vorgesehenen Tagungs- und Konferenzräume sind durch fahrbare Wände abgetrennt. Im zweiten Obergeschoss sind weitere Konferenzräume, Büros sowie drei Gästezimmer für Künstler vorgesehen, die damit nicht im Hotel untergebracht werden müssen.

FDP-Fraktionschef Jürgen Peter sieht mit der Erweiterung eine langjährige Forderung der Liberalen erfüllt: „Wir haben immer gesagt, dass die Halle in ihrer jetzigen Form unvollständig ist“, sagte er im Verwaltungsbeirat. Nun könne die Stadt den Standortvorteil mit dem ICE-Bahnhof voll nutzen, denn der sei für Tagungsgäste geradezu ideal. Als die Halle vor gut zehn Jahren gebaut wurde, fehlte das Geld. Doch inzwischen seien die finanziellen Rahmenbedingungen günstig, sagte Vorstand André Kuchheuser auch mit Blick auf die historisch niedrigen Zinsen.

Zudem entwickelt sich die Belegung der Halle positiv. Für 2017 sind laut Bürgermeister Franz Huhn 164 Belegungstage gesichert – also Veranstaltungstagen plus Tage für Auf- und Abbau. Das ist laut Kuchheuser bislang der höchste Wert seit Bestehen der Rhein-Sieg-Halle. Die Stadtbetriebe gehen von weiteren Steigerungen aus.

Ab 2019 sollen es 24 pro Jahr sein, ab 2021 36 pro Jahr. Zum Vergleich: 2012 waren es nur etwa 70 Belegtage. Damals wurde die Halle noch von der Firma Gegenbauer betrieben, im Folgejahr übernahmen die Stadtbetriebe das Management.

Ein Gedanke dabei war, die Halle auch stärker an die Siegburger Vereine zu vermieten. Diese würden inzwischen auch Gebrauch davon machen, sagt Kuchheuser. Und auch die Erweiterung mit den kleineren Räumen könne den Vereinen zugutekommen. „Wenn jemand für eine Versammlung mit 60 Leuten einen Raum braucht, können wir das künftig anbieten“, so der Vorstand. Es sollen aber auch verstärkt Tagungsgäste von außerhalb nach Siegburg geholt werden.

Selbst wenn der Hallenbetrieb nicht kostendeckend läuft, bleiben immer noch so genannte Umwegrendite. Heißt: Wer nach Siegburg kommt, gibt dort auch Geld aus. Nach Berechnungen des Europäischen Institut für Tagungswirtschaft sind dies bei eintägigen Tagungen im Durchschnitt 40 Euro pro Gast und Tag (ohne Übernachtung, Anreise- und Teilnahmekosten). Ist noch eine Übernachtung dabei, sind es 160 Euro pro Gast und Tag.

Die Stadtbetriebe haben die Werte niedriger angesetzt: auf 30 beziehungsweise 100 Euro. Bei einer durchschnittlichen Teilnehmerzahl von 275 Personen pro Veranstaltung kämen so im Jahr 2017 fast 240.000 Euro zusammen. Da die Stadtbetriebe mit einem kontinuierlichen Anstieg von Veranstaltungen und Übernachtungen rechnen, soll dieser Wert 2023 bei 1,1 Millionen Euro liegen. Die erweiterte Halle trage dazu bei, Siegburg bekannter zu machen, sagte Jürgen Becker (CDU).