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Erweiterung des Bornheimer Rathauses: Anbau für fast neun Millionen Euro

Erweiterung des Bornheimer Rathauses : Anbau für fast neun Millionen Euro

Das Bornheimer Rathaus soll einen Anbau erhalten. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses einstimmig gefasst.

Hintergrund ist zum einen, dass es für die Verwaltung im Rathaus aufgrund weiterer Mitarbeiter eng wird. Zum anderen soll das Jugendamt aus Synergie- und Kostengründen zum Rest der Verwaltung rücken. Bislang ist es bekanntlich in von der Stadt angemieteten Räumen an der Brunnenallee in Roisdorf untergebracht.

Zur Sitzung hatte Christian Stentzel vom Architekturbüro I.DE.O.S aus Köln fünf Entwürfe für Erweiterungsbauten zur Auswahl mitgebracht, die er präsentierte: Variante eins sieht ein viergeschossiges Gebäude – von der Rathausstraße aus gesehen – hinter dem Ratstrakt vor. Über einen Anbau soll es an den Verwaltungstrakt angebunden werden.

Variante zwei besteht wiederum aus einem Gebäude mit vier Geschossen auf dem Parkplatz neben dem Verwaltungstrakt. Auch dieses Gebäude soll über den Anbau sowie über eine Verbindungsbrücke an das Rathaus andocken.

Variante drei ist ein dreigeschossiges Gebäude auf dem Parkplatz gegenüber dem Rathaus, das mittels einer Brücke über die Rathausstraße mit dem Rathaus verbunden werden soll.

Variante vier besteht aus zwei Erweiterungsgebäuden: eines mit zwei Geschossen hinter dem Ratstrakt (siehe Variante eins) und eines mit ebenfalls zwei Geschossen auf dem Grundstück an der Ecke Bonner Straße/Adenauerallee. Ebenso jenseits der Bonner Straße, an der Ecke zur Adenauerallee, ist Variante fünf, ein Bau mit dreieinhalb Geschossen, angesiedelt.

„Für alle Varianten gibt es ein Für und ein Wider“, sagte Stentzel. So müsste bei den Varianten eins und zwei die alte Rettungswache abgerissen werden. Die Alternativen zwei und drei würden zum Verlust von Parkplätzen führen, was ausgeglichen werden müsste.

Die Gebäude der Varianten vier und fünf liegen wiederum ein wenig abseits. Dazu kommt, dass mit jeder Variante unterschiedlich viel Platz gewonnen würde: von rund 2900 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (Variante eins) bis zu rund 3800 Quadratmetern (Variante vier).

Nicht zu verachten sind die Kosten. Hierzu hat das Architekturbüro erste Schätzungen erarbeitet. Mit rund 8,2 Millionen Euro brutto ist Variante drei die günstigste. Als teuerste würde Variante fünf mit rund 11,5 Millionen Euro brutto zu Buche schlagen. Letztlich verständigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig darauf, dass Variante eins (geschätzte Kosten 8,7 Millionen Euro brutto; siehe Grafik) nun weiter ausgearbeitet werden soll.

Dabei griffen sie die Anregung von Rainer Züge (SPD) auf, ein Gebäude mit fünf Geschossen zu planen. Auch der Vorschlag von Maria Koch (Grüne) fand Gehör. Sie regte an, dass die Verwaltung prüfen soll, wie durch die Optimierung von Arbeitsplätzen weiterer Platz geschaffen werden kann.

In diesem Zusammenhang führte Bürgermeister Wolfgang Henseler aus, dass noch geklärt werden müsse, wie groß der weitere Raumbedarf für die Verwaltung ist. Man sei aber gerade dabei, zusätzliche Räume für neue Mitarbeiter im Schul- beziehungsweise Sozialamt anzumieten.

Auf Nachfrage von Paul Breuer (ABB) erläuterte Henseler, dass auch überlegt werde, den Fraktionen wieder Räume im Rathaus zur Verfügung zu stellen. Zurzeit sind die Fraktionen in angemieteten Räumen im Servatiuscenter untergebracht.

Michael Söllheim (CDU) wollte wissen, ob auch eine Aufstockung von Verwaltungs- und Ratstrakt möglich sei. Laut Stentzel ist das aufgrund des Fundaments und der Konstruktion beim Ratstrakt nicht möglich. Beim Verwaltungstrakt sei höchstens ein Geschoss in Leichtbauweise denkbar. Auch einen kompletten Neubau schloss der Architekt aus. Nach der Sanierung des Rathauses in der jüngsten Vergangenheit habe es einen sehr guten Bestand.