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Tag für Kinder in Bornheim: Das Stadion wurde zum Spieleparcours

Tag für Kinder in Bornheim : Das Stadion wurde zum Spieleparcours

Vom Hindernislauf mit zusammengebundenen Beinen über Torwandschießen, Sackhüpfen, Spritzen mit einer Zielspritze bis hin zum Schlauchkegeln und dem Zusammenbauen von Figuren aus Feuerwehr-Amaturen: Unter dem Slogan "Jugend in Aktion" hatten die zwölf Jugendfeuerwehren im Bornheimer Stadtgebiet sich einiges an Spielen überlegt.

Die Jugendgruppen jeder Löschgruppe betreuten am Sonntag je eine von 17 Stationen beim ersten Informations- und Spieletag der Jugendfeuerwehr im Bornheimer Stadion. Wetterbedingt konnten allerdings einige Spiele wie Bullenreiten und Minigolfen nicht angeboten werden. "Ich bin begeistert, dass alle Löschgruppen an einem Strang gezogen und das umgesetzt haben, was wir organisiert hatten. Wegen des Wetters war leider die Resonanz nicht so groß", zog Ingo Hemmersbach, Stadtjugendfeuerwehrwart der Stadt Bornheim, eine erste Bilanz.

Etwa 30 Kinder hatten dennoch ihren Spaß am Spieleparcours, lockten doch auch kleine Gewinne wie ein Feuerwehr-Quartett oder Schlüsselanhänger. "Es waren insgesamt zu wenig Kinder da, und das ist schade", bedauerte Hemmersbach. "Wir sehen allerdings den Aktionstag auch als Generalprobe für eine mögliche Ausrichtung der Leistungsspange des Rhein-Sieg-Kreises in zwei Jahren. Denn bei der Organisation des Aktionstages haben wir gezeigt, dass wir solch eine Veranstaltung organisieren können."

Seit Januar hatte der 43-jährige Herseler gemeinsam mit seinem gleichaltrigen Stellvertreter Hans-Georg Radermacher aus Walberberg den Spieletag vorbereitet, bei dem nicht nur Spaß und Spiel anstanden. Mitglieder der Jugendfeuerwehr ab zehn Jahren konnten auch die Prüfungen für die Jugendflamme 1, die erste Auszeichnung, ablegen.

Verlangt wurden dabei neben theoretischen und praktischen Kenntnissen aus dem Bereich der Feuerwehr auch sportliche Fähigkeiten. Dabei erreichte der 16 Jahre alte Fabian Breitbach aus Waldorf die meisten Punkte. Überrascht zeigten sich Klaus Josefiak (62) und Ingo Hemmersbach, als Kreisjugendfeuerwehrwart André Dekleermarke sie mit der silbernen Ehrennadel für geleistete Dienste auszeichnete. "Klaus Josefiak scheidet altersmäßig aus der aktiven Wehr aus. Hemmersbach hat in den vergangenen Jahren so Vieles bei uns angestoßen", erläuterte Ulrich Breuer, Pressesprecher der Bornheimer Feuerwehr.

Für ihn wie für Hemmersbach stand gestern schon fest, dass sie auch in Zukunft etwas für Kinder ausrichten möchten. Ob dies allerdings schon im nächsten Jahr sein werden, müsse noch diskutiert werden, so Breuer. "Dann bleibt die Frage, in welcher Form und wie wir solch eine Veranstaltung anbieten werden. Das Stadion und das Ambiente sind super", hielt der Pressesprecher fest.

Hemmersbach wies aber auch darauf hin, dass "wir als Wehr in Zukunft näher zusammenrücken werden. Denn es wird in den einzelnen Orten nicht mehr genügend Nachwuchs geben", sagte er. "Bei den Jugendwehren von Roisdorf und Brenig ist das schon der Fall. Sie sind selbstständig, üben aber gemeinsam. Deshalb sollte der heutige Tag der Öffentlichkeit auch deutlich machen, was wir als Feuerwehr alles auf die Beine stellen können", betonte der Stadtjugendfeuerwehrwart.

Kurz gefragt

Ulrich Breuer (48) ist seit zehn Jahren Pressesprecher der Bornheimer Feuerwehr. Über den erstmals ausgerichteten Spieletag sowie das Thema Nachwuchs bei der Feuerwehr sprach mit ihm Susanne Träupmann.

Warum hat die Jugendfeuerwehr zum ersten Mal einen Informations- und Spieletag veranstaltet?
Breuer: Mit dem Tag "Jugend in Aktion" wollten wir alle Bornheimer, besonders Kinder, Jugendliche und deren Eltern, im Stadtgebiet ansprechen, um ihnen die Feuerwehr als Möglichkeit der Freizeitgestaltung für ihre Kinder näherzubringen. Wir waren froh, als die Jugendfeuerwehr vorschlug, einen solchen Tag für junge Leute zu organisieren. Trotz des schlechten Wetters hätten wir uns aber mehr Besucher gewünscht.

Haben Sie bei der Bornheimer Feuerwehr Nachwuchsprobleme?
Breuer: Nein, das kann man so nicht sagen. Im Moment haben wir im Stadtgebiet 90 Jungen und Mädchen bei der Jugendfeuerwehr. Uns ist aber klar, dass es immer schwieriger werden wird, in Zukunft Nachwuchs zu finden, wenn man die demografische Entwicklung und die Vielfalt der zahlreichen Aktivitäten bei Jugendlichen bedenkt. Deshalb wollten wir mit dem Info- und Spieletag nicht nur alteingesessene Bornheimer ansprechen, sondern wir wollen durch solche Veranstaltungen auch gezielt Kinder von Neubürgern für die Freiwillige Feuerwehr gewinnen.

Welche neuen Wege gehen Sie ansonsten, um Nachwuchs für die Wehr zu finden?
Breuer: Seit 2014 läuft in Walberberg mit der Einrichtung einer Kinderfeuerwehr ein Pilotprojekt der Stadt Bornheim. Ziel ist es, dass die 15 Jungen und Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren, die an dem Projekt teilnehmen, erste Erfahrungen bei der Feuerwehr sammeln können. Wir vermitteln ihnen die ersten brandtechnischen Kenntnisse auf eine spielerische Weise. So haben wir zum Beispiel kleine Schläuche und kleine Spritzen angeschafft. Generell kommt das Spielen aber nicht zu kurz. Eine Erzieherin unterstützt uns bei der Betreuung der Kinder.