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Von der Norderney nach Waldorf: Treffen der Butennördeneer in Bornheim

Von der Norderney nach Waldorf : Treffen der Butennördeneer in Bornheim

Von der Norderney an den Rhein: Zum 32. Mal treffen sich die Butennördeneer und ehemalige Insulaner im Gasthaus Zum Dorfbrunnen in Waldorf.

Mit viel Glück fährt man die Strecke von Waldorf bis zum Fähr-Terminal Norddeich-Mole in rund fünf Stunden. Dann braucht man noch einmal etwa eine Stunde für die Überfahrt zur Insel. Die Hälfte der 56 Butennördeneer – wie sich die Nördeneer (Norderneyer) nennen, wenn sie „buten“, will heißen, außerhalb ihrer Insel leben, kamen am Samstag direkt von der Nordsee-Insel, um einige der ehemaligen Insulaner zu treffen, die es aufs Festland verschlagen hat. Seit 1987 treffen sie sich alljährlich im Dorfbrunnen.

„Wir verdanken dem inzwischen verstorbenen Arthur Demanet aus Dersdorf die Idee und den Ort unseres Treffens“, erzählt Rena Diehl, geborene Kühn, mit deutlich norddeutschen Zungenschlag. Sie legt Wert auf die Nennung ihres Geburtsnamens: „So weiß auf Norderney jeder, wo man herkommt“, erklärt sie. Das 32. Treffen in Waldorf wird sie bei ihrer Begrüßung zum Anlass nehmen, sich von der langjährigen Organisation des Jahrestreffens zurückzuziehen. Doch zuvor sagte sie, „Hanna un ik freuen uns heel düchtig, dat doch wär so völ van jo zo uns 32. Treffen na Waldörp kamen sünd“, im reinsten „Plattdüütsch“. Ins Hochdeutsche übersetzt hieß das, „Hanna und ich freuen uns sehr, dass doch wieder so viele von Euch zu unserem 32. Treffen in Waldorf gekommen sind.“

Besonders freute sie sich darüber, dass sie neben Ortsvorsteherin Helga Bandel nun mit Petra Heller zum ersten Mal auch die stellvertretende Bürgermeisterin begrüßen konnte. Schnell kamen die Golden Ager von der Waterkant miteinander ins Klönen. So freute sich Klaus Daeglau, mal wieder für ein paar Tage seine Insel zu verlassen.

„Es wird oft einfach viel zu voll bei uns“, sagte er mit Blick auf die Touristen. Im Vertrauen verriet er, dass er zwar Norderneyer, aber kein Insulaner sei. Er lebe zwar schon seit 70 Jahren auf der Insel, aber Insulaner sei man nur, wenn man dort auch geboren sei. Mit seinen Eltern ist er als Kind aus Schlesien auf die Nordsee-Insel geflohen. Weil es dort in der Nachkriegszeit keine Arbeit für ihn gab, war er für viereinhalb Jahre Bergmann in die Zeche Prinz Regent in Bochum. Daeglau wird vom Rheinländer sofort als echter Ostfriese wahrgenommen: Nicht nur sein unüberhörbarer Zungenschlag, sondern auch der Ohrring, der in einer kleinen goldenen Schaukel seine Initialen trägt, zeichnen ihn als Norderneyer aus.

In der Zwischenzeit hat sich die Truppe auf der Treppe vor dem Gasthaus zum Gruppenfoto aufgestellt. Günther Kaput (75) hat dabei seine Mühe, die aufgeregte Freundesschar so zu positionieren, dass auch jeder zu sehen ist. „Schlimmer als ein Sack Flöhe zu hüten“, murmelt er in seinen Seemannsbart.