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1. FC Köln: FC macht sich das Leben selbst schwer

1. FC Köln : FC macht sich das Leben selbst schwer

Die Kölner Profis geloben nach ihren Fehlern beim 2:3 gegen den VfL Bochum Besserung im neuen Jahr. Es war die dritte Heimniederlage. Terodde schießt seinen 22. Saisontreffer.

Fünf Siege in Folge, dabei 21 Treffer: Die Profis des 1. FC Köln ritten auf einer Welle, die sie geradewegs zurück in die Bundesliga zu tragen schien. Das böse Erwachen kam ausgerechnet zum Abschluss des Fußballjahres: Wieder einmal vor eigenem Publikum – zum dritten Mal in dieser Spielzeit – patzte das Team von FC-Trainer Markus Anfang beim 2:3 gegen den VfL Bochum.

„Mir wäre ein schöneres Weihnachtsfest lieber gewesen“, stellte FC-Sportchef Armin Veh fest, der sich in seinen steten Warnungen bestätigt sah. Er habe immer wieder darauf hingewiesen, dass es schwierig werde. „Es wird weiter ein harter Kampf, bis wir es vielleicht geschafft haben“, sagte Veh.

Die Gastgeber hatten sich am Freitagabend nach Wochen konzentrierter Leistungen wieder einmal selbst im Weg gestanden. Die Häufung individueller Einzelfehler oder einer schwachen Tagesform Einzelner waren in der Summe zu gravierend. Rafael Czichos patzte einmal, aber entscheidend vor dem 0:1, Salih Özcans Fehler führten zu den beiden anderen Gegentoren. Nicht nur das: Özcan spielte auch fast ausschließlich nach hinten, statt die Offensive zu beleben.

Marcel Risse flankte viel von rechts, aber meist zum Gegner, und Dominick Drexler fehlte die Inspiration für das Besondere, die ihn in den Spielen zuvor so ausgezeichnet hatte. Veh wirkte in seinen Erklärungsversuchen recht ratlos. „In den letzten Wochen hatten wir es vorne richtig gut gemacht. Diesmal aber nicht. Außerdem gab es entscheidende individuelle Fehler. Um die auszugleichen, haben wir diesmal keine spielerischen Lösungen gefunden“, sagte der FC-Sportchef.

Einer, der fast immer spielerische Lösungen findet, kehrte nach dreiwöchiger Verletzungspause für die letzte halbe Stunde aufs Spielfeld zurück: Louis Schaub. Er zeigte sein fußballerisches Feingefühl sofort, als er Risse per Hackentrick den Ball auflegte, den dieser zum 2:3 verwandelte. Geehrt wurde Schaub übrigens am Wochenende: Sein Treffer beim 8:1 gegen Dresden wurde von der Mehrheit der ARD-Sportschau-Zuschauer zum Tor des Monats November gewählt.

Ein Trost für die Niederlage war dies freilich genauso wenig wie der 22. Saisontreffer von Simon Terodde. Es blieben nette Randerscheinungen eines Spiels, in dem sich zu viele Kölner gemeinsam einen schwachen Arbeitstag geleistet hatten.

Da Nachkarten bekanntlich nichts hilft, richteten die Spieler ihre Blicke nach vorn und versprachen Besserung. „Wir haben fast vier Wochen zur Vorbereitung auf das erste Spiel im neuen Jahr. Da müssen wir uns die nötige Fitness für die weitere Rückrunde holen“, forderte Terodde. Auch FC-Torhüter Timo Horn sprach die Trainingszeit im Januar an, als er sagte: „Diese Niederlage hat zweierlei gezeigt: Zum einen ist der Weg zurück in die Bundesliga kein Selbstläufer, zum anderen müssen wir die Zeit nutzen, um uns sehr gut auf das neue Fußballjahr vorzubereiten.“

Im Rückblick beurteilte Horn 2018 für den 1. FC Köln als ein „sehr emotionales Jahr, positiv wie negativ“. Das erste Halbjahr mit dem Abstieg sei alles andere als schön gewesen. „Das nagte sehr an den Nerven und tat der Seele weh“, sagte der Torwart. Die andere Seite der Bilanz laut Horn: „In der Zweiten Liga haben wir uns aus einer nicht so guten Phase herausgekämpft. Wir haben letztlich eine sehr gute Hinrunde gespielt. Ebenso wollten wir gut in die Rückrunde starten, was uns nicht gelungen ist. Aber wenn wir am Ende oben stehen, sind wir zufrieden. Dafür müssen wir in den nächsten Monaten alles geben.“

Allzu viel Zeit zum Einspielen bleibt nicht: Am 31. Januar tritt der FC bei Verfolger Union Berlin an, vier Tage später bei den heimstarken Auern. Danach kommt Aufstiegs-Mitanwärter FC St. Pauli nach Köln. Fehler wie gegen Bochum darf sich der 1. FC Köln dann nicht mehr leisten.