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Der Hospizverein Bonn bringt nach längerer Pause wieder das Magazin "Dialog" heraus: Kranke und Angehörige unterstützen

Der Hospizverein Bonn bringt nach längerer Pause wieder das Magazin "Dialog" heraus : Kranke und Angehörige unterstützen

Das neue Magazin soll einen Einblick in die Arbeit des Vereins geben. Nach einigen Jahren Pause erscheint "Dialog" des Hospizvereins Bonn nun wieder.

Susanne Gundelach hatte das Heft ursprünglich für die interne Information ins Leben gerufen. Nun präsentiert sich das Magazin in neuem einheitlichem Gewand - passend zur neuen Homepage.

Für Inhalt und Layout sind Ebba Hagenberg-Miliu und Angie Radtke verantwortlich. "Auf dem Titelblatt wird immer ein Weg zu sehen sein, da dies die Hospizbewegung und deren Denken spiegelt", sagte Hagenberg-Miliu, die auch für den GA arbeitet.

In jedem Heft werde es Neuigkeiten und Meldungen aus der Hospizarbeit und dem Verein, aktuelle Termine und eine Reportage über ein Angebot des Hospizvereins geben.

Außerdem komme immer ein Prominenter zu Wort, der dem Hospizverein oder der Hospizbewegung nahestehe. Diesmal ist es Monika Wulf-Mathies. Die Gewerkschafterin und ehemalige EU-Kommissarin hat 2010 die Schirmherrschaft für den Hospizverein Bonn und das Johanniter-Hospiz übernommen.

Für sie ist die Hospizbewegung bedeutend, "weil sie eine Brücke der Menschlichkeit für die schwierigste Phase des Lebens baut und damit eine unverzichtbare Arbeit für eine alternde Gesellschaft leistet", heißt es in dem Heft.

Zudem sei es ihr wichtig, dass Menschen ihren letzten Weg nicht einsam und allein gehen müssen, so Wulf-Mathies. Das Heft soll voraussichtlich zweimal im Jahr erscheinen. "Es wird in Altenheimen, Krankenhäusern oder bei Ärzten ausgelegt. Wir wollen möglichst viele erreichen und über die Vereinsarbeit informieren", sagte Hagenberg-Miliu.

Der Hospizverein Bonn wurde 1996 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, im linksrheinischen Bonn und in Wachtberg im Sterben liegende Menschen und deren Angehörige zu begleiten und zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen palliativen Netzwerken möchte der Verein dazu beitragen, dass schwer kranke Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Ihnen und ihren Angehörigen will der Verein beratend und unterstützend zur Seite stehen.

"Von den rund 370 Mitgliedern stehen rund 60 als ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter denen zu Verfügung, deren Leben sich dem Ende zuneigt", sagte der Vorsitzende des Hospizvereins Bonn, Peter Schneemelcher.

Mit seiner Arbeit will der Verein die Themen Sterben, Tod und Trauer enttabuisieren. "Von unserer Zentrale aus - mitten in Bad Godesberg - konnte ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass Sterben und Tod nicht marginalisiert werden sollten, sondern Teil des Lebens sind", so Schneemelcher. Der Hospizverein sieht seine Tätigkeit selbst als eine Ergänzung zu allen medizinischen und pflegerischen Hilfsangeboten.

Die Ehrenamtlichen sind nicht nur in Altenheimen, Krankenhäusern und bei Privatpersonen im Einsatz, sondern auch im Johanniter-Hospiz am Waldkrankenhaus.

Seit 2014 ist der Verein in der Godesberger Innenstadt in der Junkerstraße 21 ansässig. Dort können sich Betroffene und Interessierte über die Arbeit des Vereins informieren und verschiedene Termine und Angebote wahrnehmen - etwa die sogenannte "Trauer-Oase", bei der Hinterbliebene ihre Trauer gemeinsam verarbeiten. "Die Begleitung bis hin zum Tod ist eine unserer Kernaufgaben. Doch auch Menschen, die einen schmerzlichen Verlust erlitten haben, dürfen nicht allein gelassen werden", so Schneemelcher.