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Nach Auftritt von Querbeat: Beueler beschweren sich über laute Musik

Von Musikproben und Videodrehs genervt : Beueler beschweren sich über Lärm in Schule

Querbeat, Druckluft und Knallblech sind die musikalischen Aushängeschilder des Kardinal-Frings-Gymnasiums in Beuel. Neulich hat Querbeat auf dem Dach ihrer ehemaligen Schule ein Musikvideo aufgenommen. Das führte zu Beschwerden von Nachbarn, die sich über ständigen Lärm beschweren.

Das Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) ist stolz auf die musikalische Ausbildung seiner Schüler. Über die Jahre haben sich viele Talente zu erfolgreichen Musikbands zusammengeschlossen - allen voran Querbeat, Druckluft und Knallblech. Doch jetzt hat die erzbischöfliche Schule erstmals Ärger wegen seiner musikalischen Aushängeschilder: Einige Nachbarn geht der Probenbetrieb in der Schule auf die Nerven. Vor allem Anwohner des Rosenwegs haben jetzt eine Initiative gegründet, um gegen den - wie sie selbst sagen - nervigen Lärm vorzugehen.

Eine Anwohnerin hat KFG-Schulleiter Bernhard Hillen eine Liste mit 38 Unterschriften und ein Lärmprotokoll übergeben, das die Ruhestörungen in den Monaten Oktober und November beinhaltet. „Es ist ein Punkt erreicht, an dem wir Nachbarn nicht mehr bereit sind, den Lärm, der von den ständigen Proben in der Schule ausgeht, zu ertragen. Wir fordern von der Schulleitung entsprechende Schutzmaßnahmen für die Nachbarschaft“, erklärte die Anwohnerin im Gespräch mit dem GA.

Foto: Benjamin Westhoff

Auslöser für die Gründung der Initiative waren letztlich Filmaufnahmen auf dem Dach der Schule. Sie dienten für das Video für den neuen Song „Heimatkaff“ von Querbeat. „Die Proben fanden an einem Sonntag statt, dauerten über Stunden an. Als dann aber auch noch eine Filmdrohne ständig über das Gelände kreiste, war für uns die Grenze des nachbarschaftlichen Miteinanders überschritten. Man hätte uns wenigstens im Vorfeld über die Aktion informieren können“, sagte die Anwohnerin. Was folgte war ein Gespräch mit einer Rechtsanwältin, das über die Rechte der Nachbarn und die Pflichten der Schule aufklären sollte, und zwei Gespräche mit dem Schulleiter.

Schulleiter hat zum Teil Verständnis

Bernhard Hillen hat nur zum Teil Verständnis für den Unmut der direkt ans Schulgelände angrenzenden Nachbarschaft: „Die Schule ist seit 55 Jahren an diesem Platz aktiv. Bislang gab es immer ein verlässliches Miteinander zwischen Gymnasium und Nachbarschaft. Ich bedauere es sehr, dass es aktuell zu einer Verstimmung wegen der Filmaufnahmen gekommen ist.“ Hillen war selbst an dem Sonntag in der Schule, um die Aktion von Querbeat mitzuerleben: „Nach meinem Eindruck war es nicht zu laut. Die Lautstärke war eines Sonntags würdig. Der Dreh war sowohl von der Schule als auch vom Erzbistum einmalig genehmigt.“ Außerdem sei die Schule stets großzügig, wenn es darum gehe, dass die Nachbarn kleinere Baumaßnahmen in ihren Gärten vornehmen wollten. „Denn dafür müssen sie über das Schulgelände fahren, weil sie sonst ihre Gärten gar nicht erreichen können“, so Hillen.

Da dem KFG allerdings an einer guten Nachbarschaft viel gelegen ist, hat Hillen jetzt verbindliche Probenzeiten für alle Bands und Orchester an der Schule festgelegt. Unter der Woche darf nicht länger als 20 Uhr und am Samstagen nur von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geprobt werden. An Sonn- und Feiertagen finden ab sofort keine Proben mehr statt. Zudem hat Hillen den Hausmeister gebeten, Lärmmessungen während der Proben durchzuführen. „Wir haben auch die Bauabteilung des Erzbistums eingeschaltet und gebeten zu prüfen, wie der von den Proben ausgehende Schall weiter reduziert werden kann“, sagte Hillen im Gespräch mit dem GA. Auch über einen möglichen Umzug in andere Probenräume wird nachgedacht. „Wir wollen nicht provozieren. Wir sind eine Ortsteilschule, die im Wohngebiet liegt und auf gute Nachbarschaft aus ist“, so Hillen, der in den Probenräumen hat Hinweisschilder aufhängen lassen, worauf zu lesen steht, dass die Fenster während der Proben geschlossen bleiben müssen.

Die Anwohner haben nach den Gesprächen jedenfalls Hoffnung geschöpft. „Seitdem ist es deutlich ruhiger geworden. Wir hören zwar musizierende Schüler, aber in einer zumutbaren Lautstärke. Wir leben neben einer Schule, das ist uns sehr wohl bewusst“, so die Anwohnerin. Deshalb sei man auch tolerant gegenüber zumutbaren Lärmereignissen.